Die Bergschmiede

Für das hochgelegene Bergbaugebiet in der Zinkwand bedeutete die große Entfernung zur nächst gelegenen Dorfschmiede ein unlösbares Problem. Man sah sich daher gezwungen, eine Schmiede vorort einzurichten. 
Instandhaltungsarbeiten an den Werkzeugen, wie etwa das Schärfen der Bergeisen, wurden nun direkt in der Grube vorgenommen. Der Schmied und sein Gehilfe hatten dafür zu sorgen, daß jeder Knappe bei Antritt seiner Schicht tadelloses Werkzeug zur Verfügung hatte. 

In der Schmiede der Zinkwand


Die Verschleißerscheinungen an den "Gezähen" (Arbeitsgeräten) waren beachtlich. Täglich wurden bis zu 15 Bergeisen pro Mann ausgefaßt und auch verschlagen. Ursprünglich leistete der selbständig wirtschaftende Schmied die Instandsetzung des Gezähes auf Vertragsbasis mit seinen Gruben, gemäß der bergamtlichen Schmiedetaxe.
In jeder Schmiede, so auch in der Bergschmiede in der Zinkwand, war ein Blasebalg im Einsatz. Über lange Zeit war dieses Gerät in gutem Zustand erhalten geblieben. Die eingeschnitzte Jahrzahl 1846 war Mitte der 60er Jahre ebenfalls noch gut lesbar. Heute deuten leider nur noch einige Überreste auf die Existenz dieses wichtigen Arbeitsgerätes hin.

Reste des gewaltigen Blasebalges

Die Hauptbaue des Zinkwand- und Vetterngebietes lagen auf steiermärkischem Gebiet. Kam es zu Grenzstreitigkeiten, wurde der Markschneider, ein erzbischöflicher Beamter, mit der Vermessung beauftragt. Die Rechtsgrundlagen, den Abbau betreffend, waren im Urbarbuch des Salzburger Domkapitels festgelegt: Ain in der Albm Znach neu erbauter Pucher samt dem dazue gerichteten Weg unterstehend der Bergwerksverwaltung Ramingstein".

Also galten die Richtlinien der "Ramingsteiner Bergordnung" aus dem Jahr 1459. Dieses Werk enthielt unter anderem die Gerichtskompetenzen, die Arbeitszeitregelung für die Bergleute und auch Sicherheitsvorschriften. Für die Baue auf steirischem Boden galt eine vergleichbare Niederschrift. Es handelt sich dabei um den "Schladminger Bergbrief" aus dem Jahr 1408. 


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