Bergbaugebiet Zinkwand
Periode des Nickelbergbaues

1832 übernahm Johann Rudolf Ritter von Gersdorff das Montanunternehmen und wollte die betriebene Nickelhütte in Thalhof bei Gloggniz am Semmering, übrigens die erste ihrer Art in der österreichisch-ungarischen Monarchie, mit Rohstoffen versorgen. 1814 traten außerordentlich reiche Nickelerze auf und führten zu einer Hochblüte des Bergbaues, sodaß die Nickelhütte nach Mandling an der steirisch-salzburgischen Landesgrenze verlegt wurde. Zwischen 1840 und 1847 wurden hauptsächlich Rotnickelkies mit 11,5 Prozent Nickel und 0,5 bis 1 Prozent Kobalt und Kupfer gefördert. 

1849 übernahm nach dem Tod Johann Rudolf Ritter von Gersdorff einer seiner Söhne Gustav den Bergbau, der jedoch fachlich überfordert war. Schließlich gelangte das Montanunternehmen an Rudolf Lechner, einem Enkel des Werksgründers. Die Darstellung von Nickelmetallen bestand darin, das erhaltene Nickeloxid, mit Kohle vermengt und in Würfel zerschnitten, in Tigelöfen zu Würfelnickel zu reduzieren. 

Um 1870 kam die Nickelproduktion zum Erliegen.

Bergbauanlagen Zinkwand-Vöttern um 1920
Bergbauanlagen Zinkwand-Vöttern um 1920

Die Hauptursache bestand darin, daß zum Zeitpunkt verhältnismäßig billig auszubeutende Nickellagerstätten in Neukaledonien entdeckt wurden, sodaß das gesamte Montanunternehmen zu Beginn der 80iger Jahre stillgelegt werden mußte. Vielfach diente das Montanunternehmen als Spekulationsobjekt. Als Besitzer werden Wilhelm Freiherr von Guttenberg-Kronenberg aus Weiden in der Oberpfalz und Ferdinand Fränkel & Co, Metallhüttenwerk München, im Deutschen Reich genannt.

Die durch den Ersten Weltkrieg hervorgerufene Rohstoffknappheit führte zu bescheidenen Bergbauaktivitäten, die zuletzt 1927 zu einer kurzzeitigen Reaktivierung des Bergbaubetriebes führten. Zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg schienen Wilhelm Freiherr von Guttenberg-Kronenberg, Max Reger und Karl Hartmann aus Augsburg als Eigentümer auf. Zwischen 1946 und 1949 erlangte kurzfristig das ehemalige Bergbaugebiet auf der Suche nach Uran an Bedeutung, ohne jedoch entsprechende Nachweise erbringen zu können.

 

Text: Dr.Feitzinger, St.Gilgen


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