Knappenhäuser in Weisspriach

Manches Problem brachte auch die Unterbringung der Knappen und deren Familien mit sich. Wenn irgendwie möglich, suchte jeder Knappe für sich und die Seinen eine hölzerne "Knappenstube" zu bauen oder zu erwerben. Es muß in Weißpriach viele solche "Söldhäuser" oder Knappenhütten gegeben haben, wie aus den Urbarbüchern zu sehen ist. Sie sind oft überhandelt worden und an den oft fremden Namen kann man erkennen, daß es sich um zugezogene Knappen gehandelt hat. 

Solche Knappenstuben sind heute noch in Kendlbruck und auch im kärntnerischen Kremsgraben zu sehen. Beim ehemaligen Arsenikbergwerk in Rotgülden sind sie völlig verschwunden. Da konnte man sich noch einen Begriff machen, wie armselig diese Bergleute gewohnt und gelebt haben: "für sich selbst hat er kaum das tägliche Brot." 

Reste eines Knappenhaus auf dem Weg zur Zinkwand

Und wenn so ein Knappe gar ein paar Geißen dazu füttern konnte, dann war er schon glücklich zu schätzen! Ledige Knappen suchten sich als "Kostknechte" bei Bauern einzuquartieren. Etwa jeder zweite Bauernhof beherbergte seinerzeit einen oder mehrere solcher Bergleute, die dann Kostgeld und Herberggeld entrichteten. Dies alles in allem gesehen läßt uns dann auch begreifen, welche ganz enorme Bedeutung die Bergwerke einstmals für den Weißpriachwinkel, für seine wirtschaftliche Struktur und für seine Bevölkerung gehabt haben. Auch auf der Höhe des Fanningberges hat es einstmals Bergwerke gegeben. 

 

Aus der Ort-Chronik von Weisspriach

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