Knappenhäuser und Schneekragen

Nach dem Niedergang des Bergbaues wurden die ehemaligen Knappenhäuser von Wilderern als Unterkunft benutzt. Um diesen Stützpunkt zu vernichten, brannte man die Gebäude bis auf die, heute noch teilweise sichtbaren, Grundmauern nieder. Von den Resten der Knappenhäuser führt ein gut erhaltener "Schneekragen" zum Fuß der Zinkwand. Dieser, in Trockenmauerung aufgebaute Gang, war mit Holz gedeckt und gewährleistete einen lawinensicheren Zugang zum Bergwerk. Der Aufstieg zu den Stollenmundlöchern erfolgte durch die Wand.


 Die Arbeit der Knappen

Die Bergarbeiter wurden als "Männer vom Leder" bezeichnet. Das "Arschleder", ein typisches Detail der Knappenbekleidung, diente als Schutz vor Nässe, Kälte und Verletzungen. Als Kopfschutz trugen die Häuer kapuzenartige Hauben, sogenannte "Gugl". Diese waren im Nacken mit einem breiten Kragen ausgestattet, der das Abrinnen des Tropfenwassers ermöglichte.


Glück Auf !!

Die wichtigsten Werkzeuge, die auch zum Berufssymbol wurden, waren "Schlägel und Eisen".

Das "Eisen", das die Funktion eines Spitzmeißels hatte, war mit einem Stiel ausgestattet. Dieser federte harte Schläge ab und verhinderte so Prellungen des Handgelenkes. Auch blieben Finger und Hände bei etwaigen Fehlschlägen vor Verletzungen verschont.

Um die "Schrämmerarbeiten" zu erleichtern, bediente man sich auch der über 2000 Jahre alten Methode des "Feuersetzens". Große Holzstapel wurde dabei in den Gruben aufgeschlichtet und in Brand gesetzt. Durch die starke Hitze bildeten sich Ritzen und Klüfte im festen Gesteinsverband. Die Zermürbung des Felsens erleichterte den Abbau mit Schlägel und Eisen wesentlich. Das erforderliche Holz für die Feuersetzarbeiten sowie das Brennholz für die Knappenunterkünfte und die Bergschmiede wurden von Saumtieren herauftransportiert. Ab 1700 wurde in unserer Gegend auch Schwarzpulver bei Vortrieb von Stollen und Schächten eingesetzt. Die benötigten Bohrlöcher, in die das Schießpulver gefüllt wurde, mußten händisch in den Felsen eingetrieben werden. Ein zeitaufwendiger Vorgang, der den Knappen viel Kraft und Geschicklichkeit abverlangte.


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