Auf den Spuren der Knappen
zum Bergbau Zinkwand

Geschichte des Bergbaues

Der Name Zinkwand rührt von der Form des Berges her (Zacken, Zinken), das Metall Zink wurde hier niemals abgebaut. Der Bergbau in den Schladminger Tauern reicht weit in das Mittelalter zurück und gelangte schon im 13. Jahrhundert zur Blüte. Damals wurde vornehmlich Silber abgebaut. Die Erze wurden, wie auch in späterer Zeit, hauptsächlich nach Schladming transportiert und dort verarbeitet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren in den Schladminger Tauern bis zu 1500 Knappen beschäftigt. Doch bereits im ausgehenden 16. Jahrhundert kam es zum Niedergang des Silberbergbaues. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde systematisch nach neuen Erzvorkommen gesucht. Dabei entdeckte man auch die Kobaltvererzung der Zinkwand. Im Zuge der aufblühenden Porzellan- und Glasmanufakturen benötigte man Kobalt zur Blaufärbung (Kobaltblau). Zudem konnten Kobalterze (wie auch Nickelerze) in früheren Zeiten nicht verhüttet werden (deshalb der Name Kobalt von Kobold). 

Der Kobaltabbau auf der Zinkwand mußte 1818 wegen Unrentabilität eingestellt werden. Die zehnmal häufiger vorhandenen Nickelerze wurden ab 1832 von J.R. Ritter von Gersdorff gewonnen, um damit seine Nickelhütte bei Gloggnitz am Semmering mit Rohstoffen zu versorgen. Nickel gewann im 19. Jahrhundert als Silberersatz für Münzen und Gebrauchsartikel (Eßbesteck) sowie als Stahlveredler rasch an Bedeutung. Während der Hochblüte des Bergbaues 1840 bis 1847 betrug die Jahresausbeute 12 bis 14 Tonnen Nickelmetall. 

Durch die Entdeckung riesiger Nickellagerstätten in Übersee verlor der hochalpin gelegene Bergbau seine Wirtschaftlichkeit und mußte stillgelegt werden. Infolge der Rohstoffknappheit nach dem I. Weltkrieg wurden in den Jahren 1918 und 1927 erfolglose Versuche unternommen, den Bergbau wiederzubeleben.


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