Die obere Grainmeisteralm 

Die durch Lawinen teilweise zerstörte Almhütte wurde vor einigen Jahren wieder aufgebaut. Während der Sommermonate wurde sie immer für die Almwirtschaft genützt. 

 

Als in den 20er Jahren auf der Zinkwand wieder Abbauversuche betrieben wurden, diente die Hütte in der "Übergangszeit" (Frühjahr und Herbst) auch als Arbeiterunterkunft. 

Ein Rad eines alten Grubenhuntes

Daß dort auch Gerätschaften gelagert wurden, weiß Aloisia Perner, die Sennerin der unteren Grainmeisteralm, zu berichten. Ein Rad eines alten Grubenhuntes wurde von ihr freundlicherweise für Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt.

Am 24. Feber 1927 siedelten vier Träger, Franz und Walter Seitlinger aus Ramingstein und die beiden Lessacher Franz Schuster und Hans Hazl in die obere Grainmeisterhütte. Neben Werkzeugen und Baumaterial für das Knappenhaus unterhalb der Zinkwand war auch Proviant auf ihrem Schlitten, darunter 2 l Rum und 2 kg Zucker. In der Hütte angelangt brauten sich die Träger aus diesem Zutaten ein sehr "wirkungsvolles Aufwärmmittel", welches sie dann auch bis zum letzten Tropfen leerten. In Anbetracht ihres Zustandes schleppte der Pernerbauer die Männer aus der Hütte und lud sie auf ihren Schlitten. Das wartende Zugtier marschierte daraufhin pflichtbewußt mit der abenteuerlichen Fuhre wieder talauswärts. Die Arbeit der Träger bestand im Wesentlichen darin, täglich Lasten bis zu 30 kg auf die Zinkwand zu transportieren.

Die Entlohnung erfolgte wöchentlich und betrug 10 Schilling pro Tag. Davon konnte man sich damals beispielsweise zwei Hemden und ein paar Hosenträger kaufen. Ein eigener Postbote wurde beauftragt, wöchentlich einmal S 1.000,- in Münzen für die Auszahlung hinaufzutragen. Der Abbauversuch erwies sich sehr bald als unwirtschaftlich und wurde wieder eingestellt.

Als gegen Ende der Betriebszeit die Bezahlung ausblieb, griff ein Weißpriacher Arbeiter zur Selbsthilfe und schleppte den schweren Amboß aus der Knappenschmiede in der Zinkwand als Entschädigung mit nach Hause, wo er sich heute noch befindet.


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