Nutzen der Bevölkerung am Bergbau

Aber nicht bloß die Unternehmer haben am Bergbau in Weisspriach verdient und die Knappen davon gelebt; auch die übrige Bevölkerung hatte daran ihren sehr bedeutenden Nutzen. 

Denn zugleich mit dem Bergbau blühten ja auch zahlreiche Zubringer-Gewerbe wie z. B. die Schlägerung und Zulieferung von Grubenholz, Erztransporte, Lieferung der Holzkohle von den Kohlenmeilern zu den Schmelzhütten, Versorgung der Knappen mit Lebensmitteln, Beherbergung der Knappen und ihrer Familien, Herbergen und Wirtshäuser waren nötig und so weiter. Da wird offensichtlich, daß die Bauern von ganz Weißpriach eigentlich auch daran beteiligt waren und nicht schlecht verdient haben mögen. 

Sehr wichtig war das Köhlerhandwerk. Aus den Wäldern des Weißpriachtales wurde sehr viel Holzkohle zu den taleigenen Schmelzstätten, aber auch zu den Eisenhämmern nach St. Andrä und Mauterndorf geliefert. So trifft man hier im Weißpriachtal noch sehr viele alte Kohlstätten mit ihrer schwarzen kohligen Erde an. Und viele Bauern hatten unter ihren landwirtschaftlichen Fahrzeugen auch eine sogenannte "Koll-Krippe" oder "Koll-Zargen". Auf dem Suppanhof in Pichl um 1905 sogar noch zwei solche Ungetüme vorhanden gewesen. 

Eigentlich waren das große ovale Körbe aus rohen Weidengerten oder Ästen von "Gombeutarach" (Erlenart), grob geflochten mit einer seitlichen, durch Bretter verschließbaren Öffnung. Diese Riesenkörbe waren ganz schwarz von ihrer früheren Bestimmung her. Sie wurden bei Bedarf auf ein Wagengestell gehoben. Nach Aufhören der Kohlenfuhrwerke hat man sie noch als "Sägespähntruche" verwendet, wofür sie aber wegen ihrer Durchlässigkeit nicht recht geeignet waren. Bei den größeren Weißpriacher Bauern müssen diese Zargen oder Kollkrippen fast überall vorhanden gewesen sein.

Aus der Ort-Chronik von Weisspriach

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