Die Lungauer Bergbau-Chronik
nach Max Ritter von Wolfskron

Teil 12: von 1770 bis 1799


Jahr
Informationen
Quelle (*)
1770 Am Altenberg in Ramingstein werden am Berghauptmannshoffnungsstollen 2 schöne reiche Erzgänge erschrotten.  B.
1770 Am St. Barbaraschacht im Schulterbau (zu Schellgaden gehörend) werden 5 edle Erzgänge angefahren.  B.
1771 Beim Bundschuher Eisensteinbergbau wird eine neue Schichtenordnung eingeführt, welche normirt, daß sowohl Häuer als Förderer in 14 Tagen 110 Stunden bei der Arbeit zubringen müssen, und noch ausserdem manche übertriebene religiöse Anforderungen stellt. B.
1771 Der „Wiener Blau-farbs-Kobald Hauptgewerkschts-Compagnia“ wird am 27. Juli l. J. der Kobaldbau in der Zinkwand und das Privilegium verliehen, im ganzen Erzstift (ausser den Pfleggerichten Hopfgarten und Zillerthal) nur allein Kobalderze abzubauen. Der Landesfürst behält sich das gesetzmäßige Neuntel und nebst den immer üblichen Bedingungen den Vorbehalt auf das Eigenthum allenfalls einbrechender Edelerze. Die Gewerken sind: [1] Egydi Freiherr von Borie, k. k. Staatsrath in Wien und derzeit Gesandter in Regensburg (6), Franz von Wellengan (8), Raymund von Manner, kaiserlicher Rath und Reichsregistrator (4) Philipp von Görz, kaiserlicher Rath (3), Ignaz von Hofmann, kaiserl. Geheimer Reichhofskanzlei-Concipist (3), Ferdinand von Schulz, kaiserl. Reichshofkanzlei-Expeditor (3), Paul de Poulanger von Ehrenreit, kaiserl. Reichshofkanzlei-Mavven Inspektor (2), Franz Anton von Läman, kaiserl. Geheimer Reichshofkanzlei-Verwandter (3), Friedrich von Schöser, kaiserl. Geheimer Reichshofskanzlei-Verwandter (2), Dominicus von Eberl (12), Ignaz von Schönfeld (65), Johann von (…), (…) von Zugter (6), Maria Anna von Manner (4), Maria von Ryewicker (4), Karl von Haselharn, k. k. Hofkammersekretär (4), Johann von Rutpeter (3), Anna Theresia von Eberl (4), Christina von Rosenberg (2), Franz von Dornfeld, k. k. Rittmeister (2), Ferdinand von Müller, k. k. Hauptmann (1), Emanuel von Gautier, k. k. Hofsekretär (1), Franz Karl von Manner, k. k. oberpostverwalter in Kärnthen (2), Johanna von Strober (2), Anton Gaun von Löwengang, k. k. Kammer-Sekretär (2), Karl von Flack (2), Leopold von Turhet (6). Außerdem kommen im Gewerkenstatus die in der Verleihungsurkunde noch fehlenden: Johann Michael von Eberl, k. k. Rath (8), und Franz von Dernfeld, k. k. Hofkammersekretär (2), vor.  B.
1771 Auf dem Koboldbergbau der Wiener Gewerkschaft in der Zinkwand wird ein 1 Schuh mächtiger, reicher Silbererzgang angefahren, , der nach § 13 obiger Verleihungsurkunde egen Ersatz der Scheidekosten dem Landesfürsten gehört. B.
1771 Der Ramingsteiner Verweser Johann Friedrich Neumann macht gelungene Versuche, aus der seit Jahrnunderten dort als nutzlos weggeworfenen Speise[2], Smalti zu erzeugen. Er entwirft ein wahrhaft agschreckendes Bild von der beispiellosen Faulheit und Frechheit der Ramingsteiner Arbeiter, die jedweder Aenderung zum Bessern illusorisch machen.  B.
1772 Am Schellgadner Goldbergbau sind in Arbeit: 50 Geding-, Lehen- und Herrenhäuer, 10 Herrenarbeiter, 40 Truhenlaufer und 10 Scheider, zusammen 80 Mann. B.
1772 Von der neuen Schichtenordnung beim Bundschuher Eisensteinbau wird wieder abgegangen.  V.
1772 Der Goldwäscher Adam Pflaum löst ein wenig aus der Mur erwaschenes Gold ein, und wird vom Commissär Baron Grimming eingerathen, durch eine entsprechende Erhöhung des viel zu niedrigen Einlösungspreises, zu einem schwunghafteren Betriebe des Goldwaschens aufzumuntern.  V.
1772 In Schellgaden wurde von 1763 – incl. 1772 aus 155.248 Kübeln Bruch- und 8418 Kübeln Stuferz, Waschgold im halte von 160 Mark 13 ½ Loth Feingold und 18 Mark 6 Loth Feinsilber und aus dortigen Schlichen in Ramingstein 60 Mark 7 Loth Feingold erzeugt.  V.
1773 Der Commissär Baron Grimming berichtet am 16. März l. J., daß der Ramingsteiner Bergbau durch einen seit 30 Jahren betriebenen Raubbau am Rande des Unterganges stehe, und derselbe in 7, höchstens 12 Jahren ganz ersäuft sein werde.  B.
1773 In Kendlbruck wird das Schmelzen im Eisenhochofen schon nach 3tägigen Gange wieder eingestellt.  V.
1773 Aus Anlaß eines höchsten Ortes abgeforderten Gutachtens betreffs Einstellung des Ramingsteiner Silberhandels weist der Oberrevisor Felix Empacher in seiner Erinnerung vom 11. Oktober l. J. nach, daß die Einbuße dieses Werkes in den Jahren 1763 – incl. 1772 nicht 230.549 fl. 59. Kr., sondern in Wahrheit nur 50.000 fl. betrage.  V.
1773 Der berghauptmann beantragt auf den eine Stunde von Ramingstein entfernt liegenden Bergbau am Weißwandel um so mehr ein besonderes Augenmerk zu richten, als dort vor einigen Jahren Stufen von Rothgülden einbrachen, von denen 1 Zentner über 100 Loth Silber hielt. V.
1774 Da in Folge der Einführung der siebenten Schicht viele Arbeiter Schellgaden verließen und sich in ausländische Bergbaue begaben, ist die Erzeroberung in diesem Jahre nur eine sehr geringe. V.
1775 Der Zinkwander Knappe Thomas Lankmayr erobert eine Viertelstunde innerhalb des ersten See im Weißpriachwinkel c. 40 Kübel Erz.  V.
1775 Der Bergbau am Altenberg soll stärker belegt werden V.
1776 Mit Enschließung vom 24. Februar l. J. sollen alle im Lungau befindlichen Eisensteingruben auf landesfürstliche Kosten betrieben werden und sind die Bauerngewerkschaften nach Möglichkeit aufzuheben. V.
1777 In Schellgaden werden, in 5 Abheben 10 Mark 15 ½ Loth Waschgold erzeugt. V.
1777 Die Ramingsteiner Pochwerke werden wegen dem durch ungewöhnliche Trockenheit bedingten geringen Wasser auch am Samstag bis 8 Uhr Abends gehen gelassen, was um so weniger Aergerniß geben soll, da schon seit sehr langen Jahren die Schmelzwerke auch an Sonn- und Feiertagen gehen.  V.
1778 In Schellgaden wurde vom 22. April bis 14. Oktober l. J. 10.713 Kübel Bruch und 1259 Kübel Stuferz verpocht, und daraus 16 ½ Mark Waschgold erzeugt. V.
1778 In Ramingstein werden Versuche mit den anderwärts üblichen Brandröhren beim Sprengen gemacht. V.
1779 Trotzdem am Stübelbau 1000 Ztr. Erz an Waschgold und Gold in den Schlichen über 12 Loth Feingold hielten, arbeitet dieser Bergbau dennoch mit Schaden. V.
1779 Die seit mehreren Jahren auf den Lungauischen Werken eingeführte Schichtenordnung, nach der die Arbeiter in der Woche 7 achtstündige Schichten machen mußten, wird auf den alten Ruß, nämlich 6 achtstündige Schichten abgeändert.  VI.
1780 Da sich der Bleiglanz in der großen Zeche in Altenberg gäh in die Teufe setzt und die Wasserheb- und Förderkosten zu hoch sind, wird dieser Bau eingestellt und werden 8 Arbeiter entlassen.  V.
1780 Der den Schulterbau-Gängen parallel laufende Schelchwandgang im Ganthal hat sich sehr veredelt. V.
1780 Der mit der Reduction der Lungauschen Berbaue betraute Oberreviser Peter Reisigl führt dieselbe mit größter Rücksichtslosigkeit gegen die Arbeiter aus. In Ramingstein werden alle Arbeiter bis auf 15 Mann, in Schellgaden 26 Knappen und bei den Eisenwerken 100 Holzarbeiter entlassen.  VI.
1780 Beim eingestellten Bergbau am Altenberg und Dürrenrain sind mit Decret vom 30. Dezember l. J. die Erb- oder Hauptstollen noch durch 1 Jahr in fahrbarem Zustande zu erhalten, und während dieser Zeit ist zu sehen ob sich nicht ein baulustiger Gewerke finde. Nach Aufschmelzung aller Zeuge ist das Hüttengezähe nach Schellgaden zu bringen, und das Hüttenpersonale ebendort und beim Eisenberg unterzubringen. V.
1780 Errichtung einer Schmelzhütte zu Schellgaden V.
1781 Am Bergbau in der Pramleiten ist ein edler Goldgang in einer Mächtigkeit von ½ - 2 Schuh 150 Lachter nach seinem Streichen aufgeschlossen, und wird deßhalb dort eine kleine Bergstube erbaut. In der Schelchwand ist noch immer derselbe gute Augenschein.  V.
1781 Trotzdem der Stübelbau mit Schaden bearbeitet wird, soll derselbe noch durch 2 Jahre gebaut werden.  V.
1781 Seit dem 9. Juni l. J. steht schon das Mauerwerk der neuen Schellgadner Hütte, und wird dort das Gebläse aufgestellt.  V.
1781 Da in Ramingstein noch auf 1 ganzes Jahr Tostholz und Zuschläge vorhanden sind, und man anderseits die neugebaute Schellgadner Hütte ordentlich austrocknen lassen will, so sollen bis Ende 1782 noch die Schellgadner Erze in Ramingstein verschmolzen werden, und bei dieser Gelegenheit noch die dortigen silberhaltigen Schlacken mitverschmolzen werden.  V.
1781 Am 15. Oktober l. J. wird von Ramingstein ein göldisches Werksilber, das 1 Mark 3 ½ Loth Feingold und 51 Mark 2 ¾ Loth Feinsilber hielt, abgeführt.  V.
1781 Vincenz Alois Mehofer, Interimsamtirer zu Ramingstein, räth am 20. Oktober l. J. an, um den Metallverlust in Schellgaden zu vermindern von der Amalgamation abzugehen, und die dortigen Schliche einem Schmelzprozesse zu unterziehen, was am 3. November 1781 auf 1 Jahr probeweise bewilligt wird. V.
1781 Der Revisionspraktikant Franz Keller, der von der Anwendung der Steinkohlen in Schlesien genau unterrichtet ist, besichtigt mi B. A. Mehofer das vorgebliche Steinkohlevorkommen bei St. Margarethen, findet aber dort gar nichts vor. Im Laimgraben zu Wölting unweit Tamsweg werden hingegen einige 1“ bis 1‘ starke Steinkohlenausbisse, die sich jedoch gleich wieder ausscheiden, angetroffen, doch ist diese Kohle nach einer Reihe sorgfältig abgeführter Versuche weder zum Schmieden noch Frischen zu brauchen. V.
1782 Am Pirkegg wird, da sich dort ein 1 ½ Schuh mächtiger edler Gang auf 15 Lachter Länge erstreckt, eine Bergstube erbaut. V.
1782 Mit Dekret vom 2. März l. J. wird die Unterhaltung eines fahrbaren Stollens bei den aufgelassenen Ramingsteiner Gruben am Altenberg und Dürrenrain für ein weiteres Jahr gestattet.  V.
1782 Es wird mit Cekret vom 8. Juni l. J. befohlen, in Schellgaden wieder die Amalgamation aufzunehmen. V.
1782 Am 7. August 1782 wird das letzte in landesfürstlicher Regie erzeugte Ramingsteiner göldische Silber im Gewichte von 49 Mark 13 ¾ Loth abgeliefert. Es hielt 5 Mark 13 ¼ Loth Gold und 43 Mark 3 ¾ Loth Feinsilber.  V.
1782 Aus einem Schellgadner Bergbericht vom 3. Quartal l. J. ergiebt sich, daß an der sogenannten Wälschen Stöll 1000 Kübel Erz 9, 10 Loth – 1 Mark Gold, - zwischen der Fundgrube und St. Hieronymusunterbaustollen c. 1 Mark Gold, bei St. Barbara das Stuferz sogar 7 Mark 13 Loth und der Bruch 1 Mark 4 Loth Gold, auf einem neu erbauten Gange 5 Mark 15 Loth Gold halten. Der zur Verwaltung Schellgaden gehörige Bau am Pürkegg aht Erze, von denen 1000 Kübel 2 Mark 6 – 8 Loth Gold halten.

Der Arbeiterstand am Schulterbau und Pürkegg beträgt in dieser Zeit: 35 Häuer, 4 Erzscheider, 14 Herrenarbeiter zusammen 53 Mann. 

B.
1782 Dreiviertel Stunden von Schellgaden entfernt, wird ein reicher Kießbruch entdeckt. V.
1782 Nach einer Relation des Oberbergmeisters hatlen 1000 Kübel Bruch von der Pramleiten 8, 12 Loth bis 1 Mark Waschgold, (1 Tonne: 2,5 – 5 Gramm).  V.
1782 Im sogenannten großen Kessel im Zederhaus wird ein reicher Magneteisenstein angetroffen. V.
1782 Der Bundschuher Eisensteinbau wird vermakscheidet. V.
1782 Vorlage einer Relation Mineralogice über die Steinkohlen von Franz von Paumann. V.
1783 In Schellgaden werden auf den Vorschlag Mehofers beim Pochwerke statt der eisernen Senngitter, kupferne durchlochte Sennbleche eingeführt. Bei den 2 Pochwerken sind je 30 und 15 Pochschüsser im Gange. V.
1783 Die Gewerkin Maria Viktoria Robinigg, Edle von Rothenfeld, stirbt den 23. April l. J., und geht ihr Arsenikwerk im Murwinkel an ihre beiden Kinder über. M 80.
1783 Am 1. Juli l. J. wird in der neu erbauten Schellgadner Schmelzhütte die Roharbeit (Schmelzen der Erze im Hochofen) begonnen. V.
1783 Die Altenberger, Dürrenrainer und Weißwandler Bergstuben sind als genz verfallen abzubrechen, und ist das erhaltene Bauholz zu verkohlen. V.
1783 Mehofer berichtet, daß er in Folge des Befehles vom 12. Juli l. J. den Stollen im Lignitzwinkel befahren habe, und das dort einbrechende, fälschlich für Weißgülden gehaltene Erz, in Wirklichkeit gediegen Wismut sei, wohfür er eine Reihe richtiger Reaktionen arngibt.  V.
1783 Mit Decret vom 26. Juli l. J. wird verordnet, das Erzlager an der Jägerhalte nächst Schellgaden, wegen seines guten Gehaltes durch einen Zubau gut auszuforschen. In der siebenten Lachter wurde das reiche Lager wirklich angefahren, und shcon in den ersten 3 Quartalen dort 1148 Kübel reiches Golderz gewonnen. Nach Ausartung dieser ersten Erzlage wurden bald noch 2 andere 1 ½ Fuß mächtige reiche Lager aufgefunden. V.
1784 Das Eisenhammerwerk zu Kendelbruck wird eingestellt.  V.
1784 Trotzdem am Pürkegg die Erze einen hohen Goldhalt (pr. Tonne 5,6 Gramm) haben, wird das Werk wegen zu hohen Kosten dennoch aufgelassen. Die Leistung am Berg und Pochwerk war eben beispiellos miserabel. V.
1785 Der Eisenhochofen zu St. Andrä muß dreimal hintereinander ausgelöscht werden.  V.
1785 In Lungau werden die Nachforschungen nach Steinkohlen und Torf fortgesetzt.  V.
1785 Dem Josef Hofer und Andrä Pernberger wird mit Decret vom 16. Juli l. J. bewilligt, im Murfluß gold zu waschen; dagegen ihrem Ansuchen, in Raminstein die alten verlassnen Halden und Schlacken durchkutten zu dürfen, nicht Folge gegeben.  M. 81.
1786 Die Taggebäude bei dem in Ruhe stehenden Stüblbau sind abzutragen, und ist das erhaltene Material bei der neu zu errichtenden Bergstube am St. Hieronymus-Erbstollen zu verwenden. V.
1786 In Schellgaden wird die Erbauung eines kleinen Rostofens zur Abführung von Amalgamationsproben bewilligt. V.
1787 In Ramingstein wird am 13. Jänner l. J. die Verkaufung und Abbrechung der Schlichhütten und der untern Waschhütte bewilligt.  V.
1787 In Schellgaden werdne nach Ausweis der Rechnungsbücher in 5 Monaten mit 45 Eisen nur 12.000 Ztr. Pochgänge verarbeitet. (Derzeit müßten in dieser Zeit 55.000 Ztr. verpocht werden. V.
1787 Die in Schellgaden früher gute Resultate gebende Schremmarbeit wird wieder eingeführt.  V.
1787 In Schellgaden wird im Barabarareviere ein 3 Schuh mächtiger reicher mit Glanz und Kieß eingesprengter Goldgang gefunden. V.
1788 Der Verwalter von Schellgaden, Johann Klanner, überschickt am 8. November l. J. unter andern Geoldstufen ein Stückchen Golderz von der Jägerhalte, in dem das Gold in Körnern eingesprengt zu sehen ist, was sonst nie vorzukommen pflegt V.
1788 In Schellgaden werden in diesem Jahre 11.967 Kübel Erz erobert und 13.102 Kübel verpocht, aus denen 11 Mark 3 Loth Waschgold und 896 Kübel Schlich erzeugt wurden, die 43 Mark 6 ¼ Loth göldisch Silber hielten. VI.
1789 In der Barbarazeche im Gangthal ist das reiche Erzlager noch immer 2 – 3 Schuh mächtig. VI.
1789 In einem Bergberichte wird darüber Klage geführt, daß der Schellgdner Berghutmann Lankmayr weder lesen noch schreiben kann, und sich in Folge dessen alle Schichtenzettel und anderen Ausschreibungen von einem Arbeiter machen lassen müsse. VI.
1789 In Bundschuh wird ein neuer Unterbaustollen angeschlagen. VI.
1790 Um den Ankauf des ausländischen Kupfers möglichst zu verhindern wird nach dem Gutchten des Bergrathes Schroll beschlossen, in der Nähe von Schellgaden den sogenannten Koglerbergbau wieder aufzunehmen, und zu diesem Behufe dort eine Erzkaue und Scheidhütte zu erbauen. VI.
1790 Die alten Aufschläge am Schobergebirge nächst dem Kaltenbach werden untersucht, und in 1000 Ztr. dieses Erzes mehr als 10 Loth göldisch Silber befunden. VI.
1790 Beim Bundschuher Eisensteinbau wurde die Landesgränze gegen Kärnthen bereits überschritten, und ist daher diese Strecke ohne alles Aufsehen wieder einzustellen. VI.
1790 Der Eisenstein Neuschurf am Mitterberg wird aufgelassen, higegen der Schurfstollen am Kühkaar fortbetrieben. VI.
1791 Der Verwalter von Schellgaden berichtet am 12. April l. J., daß sich in der Jägerhalte das abenseitige Gedingort zwar ganz ausgeartet habe, allein vor demselben sowohl am südlichen als nördlichen Uldm sich ein querhandmächtiger Stufgang zeige, von dem 1000 Kübel, 9 Mark Gold halten. VI.
1791 Beim Eisensteinbau in der Hinteralpe wird zum Rösten der Eisensteine ein Röstflammofen erbaut. VI.
1791 Der Eisensteinbau im Twengerthal wird, weil die Erze zu sehr in die Teufe setzen und zu strengflüssig sind, aufgelassen. VI.
1791 Es wird durch das Murwinkel eine eigene Fahrstraße zum Koglbau angelegt, und werden mit dessen Erzen in Schellgaden Aufbereitungsversuche vorgenommen. Zu ihrer künftigen Verhüttung soll in der Sprizgasse ein Schmelzwerk errichtet werden. VI.
1792 Bei einer Befahrung der gewerkschaftlichen Kobaldbaue in der Zinkwand werden die zwei untern Gruben preß gehauen gefunden, und in der dritten obern ebenfalls sehr erschöpften Grube wird ein 1 ½‘ mächtiger stark mit Nickelerz durchzogener Kobaldgang angetroffen. Das Pochwerk ist durch Schneelawinen ruinirt, und soll nächstens nothdürftig hergstellt werden. VI.
1792 Am gewerkschaftlichen Arsenikwerke in Rothgülden werdenm solch‘ große Erzanstände gefunden, daß der Betrieb des Werkes auf viele Jahre hinaus gesichert ist. Die Hütte ist im guten Zustande. VI.
1793 Bei Abführung einer Probe mit 560 Kübel Schelchwander Pochgängen wurden 2 Loth Waschgold und 6 Zentner göldiger Schlich erhalten. VI.
1793 Beim Gangthaler Bergbau hat sich an zwei Orten das Erzlager veredelt. VI.
1793 Den 8. März l. J. wird dem Bestandgewerken (Pächter) des Ramingsteiner Silberwerkes Gottfried Poschinger ein Neuschurf verliehen. T. 82.
1794 Der Mannschaftstand beim Schellgadner Berg ist: 1 Hutmann, 1 Bergschmied, 1 Zimmerer, 2 Grubenhüter, 1 Kastensetzer, 1 Zeugtrager, 31 Häuer und 9 Truhenlaufer, zusammen 47 Mann. VI.
1796 Aus einem Protokolle vom 10. August 1796 über die Befahrung des „gewerkschaftlich löblichen Poschingerischen Silber- und Bleibergbaues zu Ramingstein,“ sieht man, daß derselbe zwar am Altenberg an Wasser zu leiden habe, daß sich dort jedoch im Wasser die schönsten Anbrüche befinden. Am Dürrenrain wird ein reicher, 3 Schuh mächtiger Stuferzanbruch konstatirt. VI.
1797 In Schellgaden haben sich die Erzanbrüche wesentlich verbessert, zahlen jedoch noch nicht die Kosten. Es wird am 21. August l. J. angeordnet, Quarze, in denen man die Erztheilchen nicht sieht und die per 1000 Kübel nicth wenigstens 6 Loth Wasch-Gold haben, wie taubes Gestein auszuhalten. VI.
1798 Seit 2 Jahren sind beim Bergbau zu Bundschuh sehr reichliche Anbrüche von Eisenerzen. VI.
1799 Im Schulterbau wird im Stubenstollen eine Kluft, die sehr reichen goldhaltigen Moder enthält, gefunden und schließt man daher auf die Nähe eines besonders reichen Erzvorkommens. VI.
1799 In einem Kommissions-Bergprotokolle über das Goldbergwerk am Gangthal zu Schellgaden vom 4. Juli 1799 wird bestimmt, daß Quarze, die in 1000 Kübeln nicht mindestens 7 Loth Waschgold halten, als taub betrachtet werden müssen, da sich nach der Erfahrung Erze mit 6 Loth Waschgold nur dann zahlen, wenn sie auch nebenbei 3 – 4% Schlich geben VI.
1799 Im Unterbaustollen im Gangthal wird das vorliegende Erzlager glücklich, jedoch nur bei seinem Ausgehenden erreicht, und 1 Schuh mächtig abgebaut. VI.

(*) Quellen-Angaben lt. Wolfskron:
I – VI = Faszikel der Bergwesensregistratur B = berghauptmannschaftliche Akten
M = Akten des Pflegegerichtes St.Michael T = Akten des Pflegegrichtes Tamsweg
U.A. = Th. von Kleinmayers unparteiische Abhandlungen
[1] Die in Klammern stehende Zahl bedeutet die Anzahl Kuxe, welche der betreffende Gewerke besitzt.
[2] Speise ist ein Nebenprodukt bei der Verhüttung arsenikalischer, antimonialischer, kobalt-, nickelhältiger Erze; enthält ausser diesen Metallen häufig noch Eisen und Kupfer, sogar Gold und Silber. Da die alten Huttenleute dieselbe nicht zu verarbeiten verstanden, wurde sie meistens als werthlos fortgeworfen.

 

Quelle: "Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, Band 24, Jahrgang 1884"
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rainer Wilflinger (GfSL)
Erfasst von Christina Hofmann, Tamsweg


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