Die Lungauer Bergbau-Chronik
nach Max Ritter von Wolfskron

Teil 11: von 1751 bis 1769


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Quelle (*)
1751 Carl von Schnedizeni macht den Vorschlag, das seit fast hundert Jahren mit Schaden betriebene Ramingsteiner Werk durch eine verbsserte Aufbereitung empor zu bringen. Zugelich räth er den gewiß auch hier – wie in Großarl – rentablen Wein-,. Metzger-, Müller-, Beäcker-, Salz- und Tuchhandel zu errichten. IV.
1751 Carl von Schnedizeni berichtet, wie hoffnungsvoll die Weideraufnahme des Stübel und Schulterbaues im Gangthal, die er befahren habe, sei. IV.
1751 Carl von Schnedizeni berichtet über einen sehr schönen Silbererzanbruch am Weißwandel. IV.
1751 In Folge der neuen Einführungen nimmt der Ramingsteiner einen großen Aufschwung. Auch bei der Aufbereitung wird aus demselben Erzquantum die doppelte und viel höher haltende Schlichmenge erzeugt.  IV.
1751 Der gräflich Lodronische Verweser meldet sich um Belehnung mit den in Verfall gerathenen Sünnhuberischen Bergwerken im Zederhaus, an.  IV.
1751 Ein Bauer aus Paternion in Kärnten wird angezeigt, aus dem Moshaimer Bezirke reiche Lasursteine entwendet zu haben, für die er pro 1 Pfd. 53 Gulden erhalten haben soll. IV.
1751 Bemerkenswerthe Vorlage eines Probenzettels vom 27. November l. J. mit Goldhälten von enormer Höhe vom Schulterbau, Stübelbau, dem Pürkegg und der Windgrube. (Die beim Probieren erhaltenen Goldkörner sind mit rothem Wachse auf dem Probenzettel angeklebt.) IV.
1752 Carl von Schnedizeni belegt den Goldbergbau im Gangthal mit 22 Knappen, und gewältigt in 3 Monaten 100 Klafter verfallene Stollen, errichtet dort einen Erzkasten, Scheidkaue, Bergstube und eine zwei Stunden lange Sackzugriese nach Sellgaden, und ist im Begriffe einen Pocher von 15 Eisen, mit 2 Stoßherden und 1 Goldmühle zu bauen. IV.
1752 Den beugten Silberwäscher in Ramingstein Georg Hölzl wird erlaubt 16 Zentner Reichblei bei der dortigen Hütte einzulösen, wo dieselben beim nächsten Silbertreiben aufgegeben werden sollen. IV.
1752 Der Bau am Weißwandel des Gewerken Josef Sünnhüber, der Ende 1751 dort den Hutmann und alle Arbeiter entlassen hatte, wird als verfallen erklärt, und für den Landesfürsten gefreit. Die Verfallserklärung wird jedoch am 29. November 1752 im Gnadenwege, gegen gewisse Bedingungen wieder zurückgezogen.  IV.
1752 Das neue Waschwerk im Murwinkel ist seit 1. September l. J. im Gange IV.
1752 Von den im Gangthal noch befindlichen 50 alten Gruben sind noch 6 in fahrbarem Zustande, und geben diese einen guten „hofflichen“ Augenschein. IV.
1754 Der Landesfürst erkauft das seit dem Jahre 1745 nicht mehr betriebene und nur gefristete Sünnhubersiche Eisenwerk in Kendelbruck. IV.
1755 In Schellgaden werden nachfolgende Werksgebäude aufgeführt: ein Verweshaus mit Stllung, ein hölzerner Pocher, ein Goldmühlgebäude, eine Bergschmiede, eine Wassersäge, eine Rosthütte, ein Erzsturz, ein Pulverkasten, zwei Knappenstuben.  M. 80.
1756 Am 11. Februar l. J. wird am Weißwandel der Durchschlag beim Zubau gemacht, und nach glücklicher Lösung der Wässer ein prachtvoller Spatheisenstein gefunden, den C.v, Schnedizeni für den Eisenhut eines reichen Silbererzes hält.  IV.
1756 Auch am Altenberg in Ramingstein, wo der Durchschalg noch vor 3 Jahren in falscher Richtung betrieben wrude, ist derselbe am 12. Februar l. J. in der 130. Klafter glücklich zu Stande gekommen und sind dadurch die Wasser gelöst.  IV.
1756 Da die Errichtung eines landesfürstlichen Eisenwerkes in Kendelbruck eine beschlossene Sache ist, werden am 13. März l. J. hierzu die Fegendorfer und Mändlbacher Waldung zur Verhackung angewiesen.  IV.
1756 Besichtigung reicher Kupfererzanbrüche im Zederhaus und in der Koglhtten in der Mur.   IV.
1756 Am gräflich Lodronischen Gold- und Silberbergbau im Katschthal sind mit Anfang 29. März. L. J. am St. Judas Thadeusstollen 21 Mann, am St. Petersstollen 2, am St. Ernestistollen 9, am St. Johannisstollen 3 Mann in Belegung. Ausserdem arbeiten noch in der Neuschitz beim Kupferanstand 2 Knappen im Wochenlohne.  B.
1756 Carl von Schnedizeni zeigt am 31. Juli l. J. an, daß ausser 2 Mark 3 Loth Gold und 85 Mark 12 Loth Silber noch über 10 Ztr. 50 Pfd. Kobald geliefert werden würde  IV.
1756 In den Jahren 1749 – incl. 1756 wurde unter der Amtirung C. von Schnedizeni 23 Mark 10 ¾ Loth gold und 1605 Mark Silber geliefert.  V.
1757 Sämtliche Lungauer Werke werden dem neu ernannten Berghauptmanne Anselm Thadeus Lürzer von Zechenthall untergeordnet.  T. 80.
1757 Der Arbeiterstand am Ramingsteiner Berg beträgt im l. J.: 1 Hutmann, 4 Bergzimmerer, 7 Vorhäuer, 34 Häuer, 9 Truhenläufer und 6 Scheider, zusammen 61. Mann. Dieselben sind an der Angerlehenschaft, der Schmölzerarbeit, dem Haaderbau, der Waldstuben, dem Grabmerstollen und am Altenberg am obern Stollen, der großen Zech und der neuen Lehenschaft zwischen Leopoldi und dem Zubau angelegt.  IV.
1757 Am 22. November l. J. wird in Ramingstein mit der Aufkuttung vergrabener Schlacken begonne. Dieselben werden verwaschen und Sieb gesetzt. IV.
1758 Nach einem Probezettel halten 1000 Kübel Schellgadner Erze in diesem Jahre im Durchscnitt 2 Mark ¼ Loth Gold IV.
1758 Der Arbeiterstand daselbst ist: 1 Hutmann, 1 Schmid, 1 Bergzimmermeister, 1 Zeugtrager, 1 Gruben hüter, 1 Wassertrager, 9 Truhenlaufer, 6 Scheider, 8 Gedinghäuer, 21 Lehenhäuer, 4 Herrenhäuer, zusammen 54 Mann.  IV.
1759 Der Schellgadner Mannschaftsstand wird um 16 Mann erhöht.  IV.
1759 In Schellgaden wurde in diesem Jahre 7 Mark 14 ¾ Loth Waschgold und 17 Mark 7 Loth göldisches Silber erzeugt. IV.
1759 In Ramingstein werden Kiese aus dem Kendelbrucker Graben und vom Mühlbach dem Bleischemlzen zugesetzt und auch Schmelzproben mit schwach abgerösteten kiesigen Bleierzen vorgenommen.  B.
1759 Im Linnitzwinkel bei der obern Pfarre wird nach en schon im Jahre 1735 bearbeiteten Blei- und Galmeianständen nachgeforscht.  B. I.
1759 Am Weißwandel wird ein Schienzug vorgenommen, und werden dort reiche Silbererze nachgewiesen.  B. IV.
1759 Arsenikstufen und gerösteter Hinwurf der Arsenikhütten aus dem Murwinkel werden als sehr goldhältig befunden.  B.
1760 In Ramingstein werden Versuche gemacht aus Zinkwander- und auchb Leoganger-Kobalderzen Smalte darzustellen. Dieselben werden noch in den Jahren 1763 und 1766 fortgesetzt. IV.
1761 Das neue Poch- und Waschwerk beim Kobaldbau im hintern Weißpriachwinkel hat 10 Schüsser und 1 Stoßherd. B.
1761 Auf der Kälbertratten im Lessachwinkel steht der Kupferkiese-Erzstollen des dortigen Vicars in Belegung.  B.
1761 Der alte Stollen im Reittergraben (Murwinkel) wird wieder gewältigt und dort ein edler Erzgang angetroffen.  B.
1761 Am Kamelstollen im Bundschuh wird ein 3 Schuh mächtiges reiches Eisensteinlager angefahren.  B.
1761 In den Jahren 1757 – incl. 1761 wird in Ramingstein 47 Mark 12 ¾ Loth Gold und 1073 Mark 6 ½ Loth Feisilber erzeugt. B.
1762 Johann Graggaber, Kupfer- und Pfannenschmiedmeister zu St. Andrä, verkauft seine Kesselschmiede und Hammer, und sein Verzinnungswerkel mit Behausung und Grundstücken um 3000 fl. an den Landesfürsten. IV.
1762 Da nach alten Schriften die Silbererze an der Dürrenrainer Sonnseite einen doppelt höhern Silbergehalt als die Schattseitigen haben, so ergeht am 22. März l. J. die Verordnung, den Glücksbau in der Mißlitz neuerdings zu belegen., um insbesondere die reichen Silbererze, die man 1750 in einem Schachte Wassers halber verlassen mußte, zu verhauen.  B.
1762 Der Knappe Mathias Schmid und der Bauer N Gaunischer zeigen am 2. Oktober l. J. im Murwinkel ein schwefelreiches Kupferkießlager auf.  B.
1762 Im Bundschuh wird ein neues Blähaus errichtet. IV.
1762 Die kaiserliche Landesregierung von Kärnthen erhebt am 3. November l. J. dagegen Einsprache, daß von Seite des Ramingsteiner Verwesamtes 8 Knappen über die Kärnthner Landesgränze geschickt wurden, um dort am Rauchenaktsch einen alten Bergbau zu betreiben. In Folge dieses Einschreitens wird mit Decret vom 20. November l. J. dieser Bergbau wieder eingestellt. IV.
1763 Der Sand aus der Moritzen im Murwinkel wird vergeblich auf seinen Gold- und Silberhalt untersucht.  B.
1763 Am Ristgraben wird ein mit Blende vermischter reicher Bleiglanz am Feldorte eines Stollens aufgefunden.  B.
1765 Der Gewerkin Maria Viktoria Robinigg, Edle von Rothenfeld wird für ihr Hüttrauchwerk in der Mur bewilligt auf 3 fernere Jahre für den zehnten Kübel Erz nur 1 Schilling zu bezahlen.  M. 80.
1766 In Ramingstein wird eine vortheilhaftere Art des Silbertreibens eingeführt.  B.
1766 In den Jahren 1762 – incl. 1766 wird unter Amtirung des Verwesers Johann Fuscher auf den Lungauer Werken 110 Mark 14 Loth Gold, 1353 Makr 6 ¾ Loth Geinsilber und 1825 Sam [1] Eisen dargestellt.  V.
1767 Vermöge eines Hofkammerdecretes werden alle in Lungau vorkommenden Minerale gesammelt und auf ihren Metallgehalt porbirt. (Vide Angang Nr. IV)  V.
1768 Das Berg- und Münzwesens-Collegium will mit Befehl vom 17. Oktober l. J. den Pfennwerthshandel in Ramingstein aufheben und die Verpflegung der Arbeiter durch das jeweilige Pfleggericht veranlassen. Der Ramingsteiner Verweser Johann Fuscher weist dagegen nach, daß Letzteres unmöglich sei, und übrigens eben dieser Handel in 17 Jahren einen Nutzen von über 48.000 fl. ergeben habe.  B.
1768 Das k.k. Berggerichts-Amt in Schladming beschwert sich, daß mit dem Bergbaue an der Zinkwand die Landesgränze überschritten worden sei. Die Grundlosigkeit dieser Beschwerde wird durch die Markscheidekarte bewiesen.  B.
1769 Im Tweng wird eine neuer Eisensteinanbruch gefunden.  B.
1769

Der Mannschaftsstand beim Bundschuher Eisenwerke beträgt 40 Personen, und zwar: 1 Hutmann, 20 Häuer, 10 Erzkutter und Truhenlaufer, 2 Stufscheider, 6 Arbeiter beim Waschen des Moder[2] und 1 Grubenhüter.

Am Eisensteinbau im Mühlbach oder Hinteralpen: 1 Hutmann, 9 Häuer, 2 Kutter und Truhenläuber, 1 Scheider, zusammen 13 Mann. 

V.
1769 Beamtenstand an den Lungauer Werken im Jahre 1769:

Johann Fuscher, Verweser zu Ramingstein, hat Gehalt mit Einschluß von Holz- und Lichtgeld        fl. 510
Antoni Kämmel, Buchhalter                                                                                                                fl. 281
Leopold Massen, Speisverwalter                                                                                                        fl. 303
Cajetan Georg Lex, Registrator                                                                                                          fl.   96
Martin Harl, Blää- und Hammerwerksverwalter zu Kendsbruck, St. Andrä und Bundschuh 
               fl. 264
Lorenz Vorderegger, Poch- und Waschwerks-Verwalter im Murwinkel (Schellgaden)                       fl. 208 V.

V.

(*) Quellen-Angaben lt. Wolfskron:
I – IV = Faszikel der Bergwesensregistratur B = berghauptmannschaftliche Akten
M = Akten des Pflegegerichtes St.Michael T = Akten des Pflegegrichtes Tamsweg
U.A. = Th. von Kleinmayers unparteiische Abhandlungen

 

Quelle: "Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, Band 24, Jahrgang 1884"
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rainer Wilflinger (GfSL)
Erfasst von Christina Hofmann, Tamsweg


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