Die Lungauer Bergbau-Chronik
nach Max Ritter von Wolfskron

Teil 8: von 1650 bis 1699


Jahr
Informationen
Quelle (*)
1650 Probewaschen des Lettens aus den Mehlsümpfen (nicht rentabel)  T. 80.
1650

Der Landesfürst freit am Kräofen 9, Dürrenrain 7, Altenberg 3, Mißlitz 1 Gebäu. 3 Pocher im Betriebe, die 31 000 Ztr. Gemeinerz verarbeiten und daraus 3.326 Ztr. Kern und Plachenschlich und 2552 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalt von 420 Mark 15 ¾ Loth Silber geben. 

T. 82. I.
1651 In 3 Pochern wird 25.785 Ztr. Gemeinerz verpocht, welche 2879 Ztr. Kern und Plachenschlich und 2244 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalt von 378 Mark ½ Loth geben.  I.
1652 Der Landesfürst freit am Kräofen und Dürrenrain 9, in der Mißlitz 1, im Mühlbach 1 Gebäu. 3 Pocher verarbeiten 23.785 Ztr. Gemeinerz, woraus 2731 Ztr. Kern und Plachenschlich und 1482 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalt von 342 Mark 15 Loth erzeugt wurden. Am Waschwerk sind 74 Personen beschäftigt der Berg ist mit 83 Häuern belegt, der Augenschein mittelmässig und nur an 2 aber wassernothigen Orten schön. Da die Wasserhebung zu kostbar, wird dort die Arbeit eingestellt und die 40 dadurch frei gewordenen Arbeiter an andere Orte zu deren energischen Betrieb angelegt. Die Vollendung des Parishauptstollen wird auf 13 – 14 Jahre veranschlagt. Das Schmelzen geschieht in einem Hochofen auf Erz, und in einem niedern Ofen auf Stein.  T. 82. I.
1652 Schienzug in Ramingstein.  I.
1652 Schmelzversuche in Ramingstein.  I.
1653 In 3 Pochern wird 25.000 Ztr. Gemeinerz verpocht und daraus 3152 Ztr. Kern und Plachenschlich und 1488 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalt von 362 Mark 14 ½ Loth erzeugt.  I.
1654 In 3 Pochern wird 23.000 Ztr. Gemeinerz verpocht und daraus 2788 Ztr. Kern und Plachenschlich und 1806 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalte von 334 Mark 8 ¾ Loth erzeugt.  I.
1655 Der Landesfürst freit am Kräofen 1. Dürrenrain 4, Mißlitz 1, Mühlbach 1 Gebäu, Weißpriachwinkel 1 Gebäu. Von nun bis 1783 2 Pocher im Betrieb. T. 82.
1655 Schmelzversuche in Ramingstein.  I.
1656 In Ramingstein werden in 2 Pochern 14.000 Ztr. Gemeinerz verarbeitet und daraus 1923 Ztr. Kern und Schliche und 1200 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalte von 211 Mark 10 ½ Loth erzeugt.   I.
1657 In 2 Ramingsteiner Pochwerken werden 1934 Ztr. Kern und Schliche und 1440 Ztr. Schlamm mit einem Gesammtsilberhalte von 220 Mark 11 ½ Loth erzeugt. I. (Pocher Nr. 3 an der Mur, der 1584 statt des 1564 am Altenberg gebauten errichtet wurde, abgebrochen.)  I.
1657 Der Landesfürst freit am Kräofen 1, Dürrenrain 5, in der Mißlitz 1, in Weißpriach 1, Mühlbach 1 Gebäue.  T. 82.
1657 Dr. Georg Sigmund Balvasor und Johann Antorn Novor von Laibach, suchen an, im Lungau Bergbau treiben zu dürfen, und empfangen am 24. Jänner 1657 3 alte verlegne Bergbaue am Goldbühel Sonnseiten im Murwinkel, in denen bis nun Wasser steht, und die sie St. Ellena, St. Michael und den dritten untersten zu Schelgarn im Pürkhart St. Rupprecht nennen.  M. 81.
1657 Dr. Johann von Zoltenstein tritt dem Baron Wolfgang Ferdinand von Schellenberg, Herrn auf Landstraß, Ossingen, Brilling und Hüftingen, k.k. Obersten u.s.w. am 18. Februar 1657 das silberhaltige Goldbergwerk zu St. Michael, den Stüblbau, Schultern, Fällel-Goldschacht sammt Schmelzhütte, Pocher, Verweshaus, Garten, allen Erzvorrath gegen gewissen Gewinnstantheil ab.  M. 81.
1658 Der Landesfürst freit am Kräofen 2, Dürrenrain 5, in dem Mißlitz 1, im Mühlbach 1 Gebäu bis 1659.  T. 82.
1658 In Baron Wolf Ferdinands von Schellenberg Stollen, der Stüblbau, der auf Stund 3 uhr Aben 30 Klafter in’s Gebirg getrieben ist, befindet sich 10 Klafter von Tag hinein linker Hand im Wassergesenk ein stark zerfahrener Goldgang, der im Centner 1 Quintel Göldisch Silber hält. Beim Shculterbau ist der Stollen 250 Klafter tief, ein daumendickes Goldgangl und Nieren von schönen Glaserz. Die Probe erwies pr. Ztr. 2 Quint gölisch Silber. Noch tiefer (16 Klafter) unten ist noch ein verlassener 150 Klafter langer Stollen.  B.
1658 Dr. Georg Sigmund Balvasor bittet um Verleihung des Goldbühels.  M. 81.
1658 Der Landesfürst ordnet an, daß am Stüblbau, da er zu guter Hoffnung berechtigt, eine Knappenstube ehestens gebaut werde, und derselbe in Angriff genommen werden solle.  I.
1658 Silberagbang. Keine Eisensau mehr. Der Schlich hält pr. 1 Ztr. 1 ½ Loth Silber.  I.
1659 Freiherr von Ruessenstain tritt in Compagnie mit Dr. Geor Sigmund Balvasor.  M. 81.
1659 Dem Baron von Knosenstain und Cons. wurde der Stüblbau verliehen.  M. 81.
1659 Der Landesfürst stellt den Betrieb am Stüblbau wegen Verbauen ein, und käßt den vorhandenen Erzvorrath nur aufscheiden und kutten.  M. 81.
1660 Baron von Khnosenstain und Dr. Oswald, Ihrer Durchlaucht Erzherzogen zu Innsbruck, Rath und Leibmedicus, wurde am 25. Dez. 1659 der Stüblbau verliehen, und wird nun unter 5. Jänner, 1660 von Seite der geheimen Hofkanzlei der Pfleger von Moshaim verständigt, die Unterthanen, Bürger und Wirthe zu erinnern, daß sie den Gewerken nicht leichtsinnig Credit gewähren.  M. 81.
1660 Baron Schellenberg, der wegen jenes Schuldenmachens schon 1657 aus dem Lungau ausgewiesen wurde, um was er sich aber nicht im Geringsten kümmerte, sondern sich um 1660 bei Gmünd aufhielt, wird durch dragoner, die vom Hauptmanne den gemessenen Befehl haben, ihn – falls er nicht pariere – niederzuschießen, über die Gränze geführt, kam aber bei demselben Erbischof dennoch wieder zu Gnaden, so daß dieser ihm noch 1660 wieder den Stüblbau verlieh.  M. 81.
1660 Der Glanzenbau in Mühlbaach ist vom Landesfürsten wegen zu geringen Erzmittels eingestellt worden. Der Ragofener Kupferbergbau im Weißpriach trägt nicht einmal die Gewinnungskosten und wird deßhalb im Juli wieder eingestellt. Für den Kräofen und Dürrenrain sind 160 Tausend Brandscheiter gehakt, womit man neben dem Vorrathe auskommen wird. Die 31 ½ Zentner Kupferlgaserz vom Radstadter Tauern sind noch nicht verschmolzen. Gute Schmelze in 1 Hochofen und 2 Oefen. 2 Pocher mit 5 Rädern sind im Gange. Jährlicher Plachenbedarf 400 Ellen.  B.
1660 Der Landesfürst freit am Dürrenrain 5, Kräofen 2, in der Mißlitz 2 Gebäue.  T. 82.
1661 Der Landesfürst freit am Dürrenrain 6, Kräofen 2, in der Mißlitz 2 Gebäue, im Mühlbach einen Eisensteinbau. T. 82.
1661 Den 4 am Weißegg im Zederhaus beschäftigten Knappen sind 4 Büchsen zu schicken, damit sie sich der gewaltsamen Angriffe der wälschen Erz- und Edelsteindiebe erwehren können, und hat der Pfleger von Mosheim diesen Knappen alle Assistenz zu gewähren. Ein zweites strenges Edikt gegen die „Pergwerkhbrockher und Khlauber,“ das befiehlt, sich derselben todt oder lebendig zu bemächtigen, soll überall öffentlich affigirt werde. NB. Ein eigenhändiges P.S. Gnidobalds schärft noch den strengen Vollzug ein.  M. 80.
1661 Zu dem zu errichtenden Bläwerk (Eisenhochofen) in Ramingstein wird das Holz ausgewiesen.  B.
1662 Das in Ramingstein verpochte Gemeinerz hielt im Durchschnitt schwach ½ Loth Silber, und wurde per Kübel 18 7/8 Pfd. Schlich und Schlamm ausgebracht.  I.
1662 Der Landesfürst freit am Dürrenrain 5, Kräofen 2, Mißlitz 2, Mühlbach 1 Gebäu bis incl. 1667.  T. 82.
1663 Johann Franz von Planka, Lungauer Gewerke, führt Beschwerde über die Welschen, die während des Sommers mit ihren Feuerspiegeln alle Berge durchstreichen, das beste Erz aus dem Lande tragen und alle Anbrüche verthuen, auch immer geladene Büchsen bei sich haben, mit denen sie Jedermann bedrohen, der ihnen im Weg steht.  I.
1663 Johann Oswald von Rüedt, herzogl. Würtembergischer Rath und Leibmediens, darf auf seinem jüngst verliehenen Stüblbau den dl. Cammerath Christoff Walther zum Mitgewerken annehmen.  T. 80.
1664 Johann Franz von Planka trägt dem Landesfürsten seine Bergbaue zum Kaufe an.  M. 80.
1664 Die vorhandenen Glaserze (vom Radstätter Thauern) sind, falls der Verweser keine bessere Methode kennt, nach der alten Methode zu verhütten B.
1665 Am landesfürstlichen Bergbau am Radstätter Thauern, und zwat am St. Margarethner Hauptstollen und St. Johann Jakob Stollen sind 16 Mann beschäftigt. B.
1665 Der Landesfürst bewilligt den Ankauf des halben Angers im Lannth, auf dem das neue Ramingsteiner Hammerwerk steht, dessen Eisen nach den Proben zu Nägeln und Hufeisen brauchbar sind. B.
1665 Auf des Dr. Oswalds Grube weigern sich die Schwazer Knappen zu arbeiten, weßhalb der dieses zufällig erfahrende Landesfürst anordnet, dieselben fortzujagen und wenn nöthig die pfleggerichtliche Assistenz hierzu zu beanspruchen.  M. 81.
1668 Der Landesfürst freit am Dürrenrain 4, am Kräofen2, in der Mißlitz 2, am Mühlbacher Eisenstein 1 Gebäue bis 1669, wo die Mißlitzer Gebäue wegen Erzmangel eingestellt werden.  T. 82.
1669 Adam Freiherrn von Jochers Hüttrauchbergwerk und Goldschacht in der Mur wird von einer Hofkommission befahren und darüber Bericht erstattet. B.
1669 Am Ramingsteiner Berg sind 1 Bergoberhutmann, 2 Bergzimmerer (einer Unterhutmann), 1 Scheiterwegmacher, 57 Häuer, Truhenläufer und Scheider, 3 Frey- oder Suchknappen. I.
1669 Die Erze im Berg sind arm, in der Mißlitz gar nicht bauwürdig, weßhalb diese 2 Baue auch aufgelassen werden. I.
1670 Der Landesfürst freit am Kräofen 2, Dürrenrain 4, und im Mühlbacher Eisenstein 1 Gebäu bis 1671.  T. 82.
1670 Im Ramingsteiner Werk sind am Berg: 1 Bergoberhutmann, 2 Bergzimmerer, 42 Häuer, Truhenläufer, Scheider, 5 Kauferzknappen; - bei den 2 Pochwerken: 2 Wäscherhutleute, 3 Kernzieher, 5 Aufschlager, 4 Stockknechte, 3 Bruchlaufer oder Helfer, 36 Waschweiber. – Bei der Hütte: 1 Schmelzhutmann und 1 Schmelzmeister, 2 Schmelzerknechte, 4 Röster, 1 Gestübmacher, und 12 andere Arbeiter, beschäftigt. Außerdem 33 zu Walde und 12 bei der Kohlung, im Ganzen 164 Personen.   
1671 Im Ramingstein wurden in diesem Jahre getheilt:
554 ½ Kübl         Stuferz,Mittlerz,
15724
Kübl         Gemeinerz, weißer Quarz.

In den beiden Pochern wurden während des Sommers bei 17.000 Kübl Gemeinerz verpocht und ausgewaschen, und daraus 2864 Zentner Schlich und Schlamm mit einem Silberhalte von 225 Mark 14 ¾ Loth erzeugt, außerdem wurden 4 Werk Silber im Gewichte von 611 Mark fein nach Salzburg geschickt.

I.
1671 In alten längst verlassnen meistentheils eingefallenen Stollen am Kräofen findet der Freigrübler Paul Stöckl mit 15 Gesellen gute reiche Silbererze, weßhalb er und seine Gesellen dafür eine Extragratification erhalten.  I.
1671 Der alte Knappe Caspar Männdl, der vor 50 Jahren im Wasserfall bei bei Zederhaus gearbeitet, erbietet sich ein nur ihm allein bekanntes Kupfererzvorkaommen zu zeigen.  I.
1672

Der Landesfürst freit am Dürrenrain 4, Kräofen 2 Gebäue.
2 Pocher im Betriebe. Dieser Stand bleibt bis 1783. 

T. 82.
1672 Baron Jocher sagt das Bundschuher Eisenwerk heim.  I.
1672 Ramingstein erzeugt 530 Mark 11 ½ Loth Feinsilber. I.
1673 Oberstbergmeister Dr. Johann Ludwig Jobst ordnet an, daß die Lehenschaften bei dem schlechten Stand des Ramingsteiner Bergbaues nur schwach belegt werden, damit die Erzgänge nicht zu schnell verhaut werden. Außerdem ordnet er an, energisch neue Erze zu suchen, weist auf das noch ganz unversuchte Ramingsteiner Hauptsilbergebirge, das nur unbergmännisch untersuchte Mißlitzgebirge, den Clelniggraben, das Thammerthal, den Mühlbacher Glasgraben, Tschellagraben, Murwinkel auf der Moritzen, Lesachwinkel u. a. m. hi. I.
1673 Aus einer „Designation, was bei dem hochfürstl. Ramingsteiner Silberperckwerchshandl in den negst verwichenen 10 Jahren als von Ao. 1664 Anbiß einschluß 1673 gewonnen und verpaut worden ist“, geht hervor, daß im Jahre 1673 3102 fl. 2 ß 19 dl. gegen 2105 fl. 4 ß 26 dl. des Vorjahres Verlust war. Der Gesammtverlust in diesen 10 Jahren betrug 5329 fl. 7 ß dl. I.
1673 Verkaufung des Adam Baron Jocherischen Eisenwerks in Bundschuh. I.
1674  Beim Ramingsteiner Werke betragt der Verlust pro 1674 – 3093 fl. 3 ß 10 dl. I.
1675 Aus einem „Verzeichniß der Unkösten, welche auf Erzsuchen erflossen sind, Dezember 1677“ geht nervor, daß bei Untersuchung des Goldschachtes in der Mur, das vermuthliche Gold nur als Markasitiger Kupferkies sich erwies. Auch eineige Bleierzganeln wurden endeckt. T. 80.
1675 Am Dürrenrain bei St. Rupprechtfürstenbau konnte wegen Wettermangel mit dem Feuersetzen nur langsam fortgeschritten werden, und ist ein fast tauber Pochgang vorgekommen. I.
1675 Alte Knappen bahaupten, daß beim Verlassen des alten Gröbmerstollens am Kräofen nur sehr wenig Erz da war und der der Hutmann Georg Haberer gibt an, am Feldorte sei ein wenig Erz, higegen am Dreikonigenstollen Deldorth Alles taub gewesen, weshalb man zu Verweser Geißlers Zeiten diese Arbeiten eingestellt habe. I.
1677 Erläuterungen eines commissionell ermittelten Abganges von 37.900 Stück Brandscheitern im Jahre 1674; ferner über einen großen Seilberabgang von wöchentlich 10 Loth bis 2 Mark und darüber.  I.
1677 In diesem Sommer wurden 54.000 Kübl Gemeinerz aufgepocht und hat man vom Berg 49.000 Kübl zu erwarten. Am Kräofen beim Herrenbau wird wegen zu armen Erzes dasselbe eingestellt und nur wegen dem Wetter offen und bauhaft erhalten. In der Schmelhütte gehen 3 Hochofen, die Schlacke geht flüssig, aber dennoch bilden sich große Eisenstöcke.  I.
1677 Bei der Kremsbrucken werden dort aufgehaltene, für Ramingstein bestimmte 200 Ztr. Raibler Frischblei und 600 Ztr. Bleistufen gegen Entrichtung der gewöhnlichen Mautgebühr abzuführen bewilligt.  M. 80.
1679 In Ramingstein wurde mit Jahresbeginn folgender Vorrath befunden: 2331 Ztr. Erz und Schliche mit einem Halte von 114 Mark 3 ½ Loth, und 742 Ztr. Hüttenprodukte mit einme Halte von 71 mark 13 ½ Loth Silber. I.
1679 Aus einem Berichte über im Sommer und Herbst besichtigte Erzanstände ersieht man, daß ein Anstand am kleinen Weißegg, obwohl er Spuren von Glaserz hält, nicht abbauwürdig ist; ds Erzgrübel zu Oberweißburg wurde als ganz eingefallen befunden. In 3 schräg nacheinander folgenden 12 – 15 Klafter tiefen Gruben am Goldbüchel in der Mur, wurde ein 4“ dickes von den alten hinterlassenes gold-, silber-, kupfer- und bleihaltiges Erz in „tafleten Gangstein“ brechend angetroffen. Am Stübelbau wurde erhoben, daß bei den vorigen Gewerken sehr viel Erz von den Arbeitern gestohlen wurde, und der Hutmann Egger sogar aus Bosheit reiche Erzanstände versetzen und verkasten ließ.  B.
1680 Ramingstein lieferte in diesem Jahre 352 Mark, 9 Loth, - q 1/16 Feinsilber an den Silberhandel. I.
1684 N. Wetschenpacher, Wagner von St. Michael kauft die Kerschbaumer Schmelzhütte bei St. Michael. I.
1684 Da man in Ramingstein mit dem St. Cordulastollen wegen Wettermangel nicht mehr fort kommt, so hat man sich entschlossen den nach dem Schienzuge des Großarler Verwesers auf 3 ½ Uhr Morgens bestimmten 74 Klafter lange Zubaustollen zu treiben, der auch der Förderung sehr zu Gute kommen wird. Auch mit den andern 2 Zubauen unter ST. Cordula gegen das Wassergesenk auf 8 Uhr Morgen, und dem bei der Schloßbrücken auf’s Fundgrubengesenk gegen 10 ¼ Uhr Morgen wird fortgefahren. Unter den Uebelständen in Ramingstein wird eine unergiebige Ausnützung der Förderung, ferner schlechtes Scheidwerk, unregelmässiges Anfahren und Einhalten der Schichten gerügt. Deßgleichen laden die Bauern bei nächtlichen Erzfuhren die Wagen zu schwach. Um die Pocher leistungsfähiger zu machen, werden die Räder oberschlächtig gemacht, im Waschwerk werden ebenfalls Mißstände konstatirt, sowie, daß in der Hütte die Schmelöfen zu lang und die Gebläse zu schwach sind. Federweisartige Gestellsteine aus dem Zederhaus werden künftighin versucht. Eine Ofensau, die 24 % Blei und 5 Loth Silber hat, soll verarbeitet werden.  T. 80.
1685 Durch eine hohen Orts eingeführte Neuerung, den Halt des Gemeinerzes zu erhöhen und den Lohn aber nur unverhältnißmäßig wieder zu steigern, kommen die Arbeiter in große Schulden. Es werden den Knappen Dieselben nachgesehen, und wieder um so mehr zur alten Zahlung und Halt zurückgekehrt, als auch die Pochwerke zu wenig beschäftigt waren. I.
1685 Dem Herrn Pfleger zu Mosham ist die Bergrichterei in Ramingstein übertragen, und dem Gerichtsschreiber allda die Unterwaldmeisterei übertragen worden.  T. 80.
1686 Von Amanda Prandsteterin zu Steindorf im Lungau werden Bleistufen erkauft. I.
1686 Im Schmelzextrakt 1686 wird im Jahre 1685 ein Abgang von 23.700 Stück Brandscheitern konstatirt I.
1686 Arges Treiben der Beamten in Ramingstein und Unbomäßigkeit der Arbeiter. – Falsche Gewichte beim Handel. – Schlechte Kohlen in zu geringem Maße bei der Hütte und zu reiche Schlacken. – Vergeudung oder Veruntreuung des Unschlitts. – Verlust beim Werke 1839 fl. 7 ß 10 dl. – Hutmann ist so unwissend, daß er ein taubes Gestein für Erz angesehen und es abgebaut, und den Wetterschacht bei St. Cordula um 11 Klafter gegen die Schien (Vermessung) gefehlt hat. I.
1686 Johann Gruntners Anlangen, das ödestehende Eisenwerk in Bundschuh und Mühlbach bauen zu dürfen.  T. 81.
1687 Joseph Rauttners gänzlich mißglückter Versuch eines hydraulischen Gebläses.  T. 80.
1688 Fruchlose Versuche des steyrischen Hammerherrn Michael Schidtenkopf aus Oberwölz, dem schlechten Schmelzen in Ramingstein abzuhelfen. I.
1688 Hans Lechner und Ruep Steinbacher aus Bischofshofen erbieten sich einen Bleierzanstand zwischen St. Michael und Stranach anzuzeigen. M. 81
1689 Hans Adam Stampfer von Walchenperg, kaiserl. Kammergutsbeförderer und Radmeister am Vordernberg bittet für sich und seine Söhne Johann Joseph, Johann Friedrich und Franz Adam den Stübl- und Schulterbau übertreiben zu dürfen, von wo ihm 2 alte Knappen, die einst dort gearbeitet, schöne Stuffen überbrachten. Derselbe arbeitete bis Anfangs Juli mit 3 Knappen dort, die drei Hauptstollen säuberten, um ihn befahren zu können. Erzproben, welche die landesfürstlichen Commissäre von dort nahmen, hatten 2 – 2 ½ Quintel göldisch Silber im Zentner. I.
1692 Schlechtabgelaufner Silbertrieb. In diesem Jahre wurde 240 Mark 4 ½ Loth Brandsilber abgeliefert.  I.
1692 Am Dürrenrain bei St. Cordula, am Marxsittichbau arbeiteten 55 Knappen in einer Raittung (13 Wochen) 5455 Kübel verschiedene Erze aus, wofür sie nach Abzug der Materialien (darunter 49.700 Stück Brandscheiter, Schmiedkosten, Bergwerksfrohne, Brudergelder 673 fl. – ß 8 dl., jedoch größtentheils in Proviant erhalten, hingegen das baare Freigeld nur 52 fl. 2 ß 29 dl. betrug. I.
1692 Das übertriebene Silbererzgangel im Mühlbach ist auf’s Neue besichtigt werden.  T. 80.
1692 Wegen Aufhelfung des stark darnieder sinkenden Ramingsteiner Silberbergwerks sind auch erfahrene Knappen zu befragen. T. 80.
1692 Nach dem Tode Adam Jochers Freiherrn von Eggersberg, salzburg. Kämmerers und Landmannes, kommen dessen Hüttrauchwerke in der Pällis und in der Mur an seine Tochter Maria Johanna Freifrau von Platz.  M. 81.
1695 Johann Georg Griming von Niderrain, Gröbendorf und Stahl für sich und im Namen seiner Brüder Wolf Ferdinand und Georg Karl dann weiland Frau Maria Schostalika Schafmanin, geborne Grimingin wohlseelig nachgelassne Frau Tochter Maria Sidonia, Herrn Wilhelms Geyfridts Schafman Freiherrn von Hamerles und St. Marx Gemalin verkaufen an den Villacher Handeslfactor Georg Allesch am 11. Juni l. J. 2 Hüttrauchöfen in der Pällis.  M. 81.
1699 Die Knappen in Ramingstein werden ermahnt, nach alter Sitte wieder ihre Knappenleder zu tragen. I.
1699 Am Ramingsteiner Berg sind 1 Bergoberhutmann, 4 Grubenzimmerer, 1 Scheiterwegmacher, 47 Lehenhäuer, Truchenlaufer und Scheider, 5 Herrenarbeiter im Ganzen 58 Personen in Arbeit.  B.
1699 Raymund Kallner, Gastgeber zu Mauterndorf und Josef Kallner, Gastgeber in Tweng, wird ihre nachgesuchte Concession, einen Eisenstein im Tweng suchen und bauen zu dürfen, mit dem Bedeuten bewilligt, daß sie zur Winterszeit ihre Eisenerze in die Flachau zu liefern hätten.  M 81.

(*) Quellen-Angaben lt. Wolfskron:
I – IV = Faszikel der Bergwesensregistratur B = berghauptmannschaftliche Akten
M = Akten des Pflegegerichtes St.Michael T = Akten des Pflegegrichtes Tamsweg
U.A. = Th. von Kleinmayers unparteiische Abhandlungen

 

Quelle: "Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, Band 24, Jahrgang 1884"
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rainer Wilflinger (GfSL)
Erfasst von Christina Hofmann, Tamsweg


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