Die Lungauer Bergbau-Chronik
nach Max Ritter von Wolfskron

Teil 7: von 1626 bis 1649


Jahr
Informationen
Quelle (*)
1626 Georg Karl von Thanner theilt in einem Schreiben von Regensburg unter 25. März 1626 mit, daß er den Bergbau weiter betreiben werde, seine Gläubiger befriedigen könne, da er sein adeliges Gut ober (Peckungen?) an den reichen Gewerken Mathias Tenntzl von Tratzperg (bei Schwatz in Tyrol) um 33.000 fl. verkauft habe.  M. 82.
1626 Ofensau in Ramingstein.  I.
1627 Consens für die Thanners bei St. Michael Bergwerke nachsuchen zu dürfen.  I.
1627 Die Winkelschmelzer und Alchemisten, die sich in Ramingstein im Hause des Hans Friedrich Fux aufhalten, sollen unverzüglich aus Ramingstein abgeschafft werden.  T. 80.
1628 Johann freiherr zu Bembelberg und Hohenburg, Gewerke zu St. Michael freit im Mühlbach den alten verlegnen Glanzenbau. T. 82.
1629 Der Landesfürst freit am Kräofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg 6, honen Gang 1 Gebäu, im Mühlbach im Glasgraben a.v.B.: St. Urban, St. Achazi, St. Johannis, die Leittergruben.  T. 82.
1629 Die Thannerischen Werke kommen an den Herrn von Bembelberg.  M 80.
1629 Recherchen nach einem alten graubärtigen Mann, der beim Herrn von Bembelberg im Weißpriachwinkel Grubenhüter sein soll, und über alte Bergbaue und auch Erzdiebstähle, wegen deren Blasius Kraft in Radstadt gefangen liegt, gefragt werden soll.  T. 80.
1633 Hans Freiherr von Bemblberg freit am Stüblbau 3, Goldbüchel 3, Reittergraben 1, Khronschnablin 1, Mayrhofer Kluft 1, Pertnitschgraben 1, im Lackhnermadt 1, die obere und untere Haidning 2, am Scheit in der Linnitzen, am Ragofen im Weißpriachwinkel 3 und ebendort 3 Schermbaue. Am Dasererofen 1 und 2 Schermbaue, bei der Pramleiten 2 und 2 Schermbaue, am hintern Rüdming 4 und 2 Schermbaue, in der Moseralm 1 Schermbau. In der Mur am Kogl 1 und 2 Schermbaue, im Lanschfeld 1 Schermbau, an der Oechslin 1 und 3 Schermbau, an der Schultern 1, den Reittergraben in der Mur 1 und 4 Schermbau, 1 Schmelzhütte zu St. Michel, 1 Schmelzhütte im Rauchwald, 1 Pocher in der Mur, 1 Pocher zu Schellgarn = 27 Gebäue, 20 Schermbaue, 2 Schmelzhütten, 2 Pocher.  T. 82.
1633 Hans Freiherr von Bemblberg raitet die Neuschürfe in der Mur im Jobonitzengraben, St. Niclas, läßt den Pocher in St. Michel und den Gestübpocher herrichten, die Schmelzhütte säubern, ausbessern, die Oefen bauen, Blasbalge einhängen, und am Stüblbau und in Schellgarn Bruch kutten und klauben.  T. 82.
1633 Dr. Sebastion von Zoltenstain ersucht um Verleihung nachstehender Neuschürfe und Gebäue: im Glasgraben den a.v.B. St. Urban, sammt seinen Schermgebäuen, die alte eingefallene Leittergrube ebendort, einen Bleiglanzanstand am frischen Wasser, und einen Neuschurf im Glasgraben auf Hüttraucherz, einen Neuschurf auf Bleiglangz in Schlusterwald. Aus einem beiliegenden Probenzettel ersieht man, daß diese Mühlbacher Erze sehr reich waren, so enthielt der Zentner 72, 64, 22 Loth Silber, von einem von dort stammenden Handstein, der 1629 probirt wurde, sogar 14 Mark 10 Loth.  T. 81.
1633 Graf Ludwig von Schwarzenberg in Murau ersucht ihm das neu erfundene Bergwerk im Tweng zu verleihen.  M. 81.
1633 Verschmelzung armer Altenberger Erze ohne Tuffzusatz mit gutem Erfolge in der Ramingsteiner Hütte.  I.
1633 Karl Jocher freit das Bundschuher Eisenwerk und ein Hüttrauchbergwerk in der Mur. T. 82. Ersteres war bis 1673, Letzteres bis 1689 im Betriebe dieser Familie.
1634 Stefan Sanntner, Erhart Hasenknopf freien alte verlegne Goldwaschwerksgruben untern Schwarzenberg.  T. 82.
1634 Matheus und Galli Prenner und Thoman Prandstätter freien ein altes verfallnes Goldwaschwerk untern Schwarzenberg.  T. 82.
1637 Der Hadrbau in Ramingstein wird aufgegeben.  I.
1638 In Ramingstein wird während der Galliraittung kein Erz gehauen, sondern blos die Stollen und Fahrten gesäubert und ausgezimmert.  I.
1638 Probeschmelzen am mittern und niedern Stichofen in Ramingstein.  I.
1639 Karl Jocher bittet für sein Bundschuher Eisenwerk und Hüttrauchwerk in der Mur um Frohnnachlaß.  I.
1640 Der Landesfürst freit am Kräofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg (?), hohen Gang I, in Mühlbach am Glasgraben 4 alte verlegne Baue: St. Urban, St. Achaz, St. Johannes, die Leittergruben bis 1645. Von nun bis 1654 sind in Ramingstein 3 Pocher im Betriebe.  T. 82.
1640 Große Eisensauen in Ramingstein, Silberabgang.  I.
1641 Silbertreiben in Ramingstein mit 150 Ztr. Werkblei, von dem 1 Zentner 12 1/3 Loth Silber hält.  I.
1642

Schienzug am Dürrenrain.

I.
1642 Brand des Kohlbarrens in Ramingstein.  T. 80.
1644 Probeschmelzen in Ramingstein mit Gemeinerz, und ein zweites mit Schlich und Schlamm allein.  I.
1644 Am Kräofen und Dürrenrain sind 1 Berghutmann, 3 Bergzimmerer, 2 Scheiterwegmacher, 61 Häuer, 2 Häuerknechte außerdem am Altenberg 9 Arbeiter angestellt.  B.
1645 Am Kräofen und Dürrenrain sind 1 Berghutmann, 3 Bergzhimmerer, 2 Scheiterwegmacher, 87 Häuer, 1 Knecht, 1 Bub und am Altenberg 8 Häuer in Arbeit.  B.
1645 Der Landesfürst freit am Kräofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg 6 Gebäue bis 1647. 3 Pocher in Arbeit bis 1655.  M. 82.
1645 Am Dürrenrain bei St. Rupprechts Fürstenbau ist am Wetterstollen in der Sohle Erz erbaut worden, von dem 1 Ztr. 1 Loth 2 q. Silber hielt.  I.
1646 Johann von und zu Zoltenstain, kaiserl. Leib-Medici und Equitis aurati Anlangen um Verleihung des Schulter- und Stüblbaus und von 5 Neuschürfen im Murwinkel und zwar: in der Klamm zu höchst im Murwinkel, im Prelitzergrund, in der Olschützen, zu Mayrhofen im Reittergraben, im Fälla.  I.
1647 Schmelzversuche in Ramingstein.  I.
1647 Johann von und zu Zoltenstein, keiserl. Leibmedicus, zu Judenburg wohnend erhält die von weiland von Bembelberg gebauten Gebäue und Schmelzhütten, welche bis 1647 im landesfürstlichen Freien waren, verliehen. I.
1648 Der Landesfürst freit zu seinen vorherigen Gruben, 1 gebäu in der Mißlitz neu.  T. 82.
1649 Nach einem Poch- oder Waschwerksbüchel wurden in Ramingstein in 3 Pochwerken und zwar im Pocher Nr. 1 beim alten Gerichtshaus am Mißlitzbach, der 2 Räder und 7 Felder (à 4 Schüsser) hatte, im großen Pocher Nr. 2 mit 3 rädern und 13 Feldern, und dem neuen Pocher in der Mißlitz Nr. 3 mit 2 Rädern und 8 Felder, 32.000 Kübl oder Zenten Gemeinerz in 26 ½ wochen verpocht. Daraus wurden 4168 Ztr. Kern und Plachenschlich mit einem Silberhalte von 425 Mark und 2290 Centner Schlam mit einem Silberhalte von 104 Mark 3 ½ Loth erzeugt.  I.
1649 Schmelzversuche in Ramingstein.  I.

(*) Quellen-Angaben lt. Wolfskron:
I – IV = Faszikel der Bergwesensregistratur B = berghauptmannschaftliche Akten
M = Akten des Pflegegerichtes St.Michael T = Akten des Pflegegrichtes Tamsweg
U.A. = Th. von Kleinmayers unparteiische Abhandlungen

 

Quelle: "Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, Band 24, Jahrgang 1884"
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rainer Wilflinger (GfSL)
Erfasst von Christina Hofmann, Tamsweg


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