Die Lungauer Bergbau-Chronik
nach Max Ritter von Wolfskron

Teil 6: von 1600 bis 1624


Jahr
Informationen
Quelle (*)
 1600 Sebastian Ofner verraitet auf der untern Haidning die Fundgrube und St. Niclas. T. 82.
1600 Der Landesfürst und Herr von Katzbeck raiten auf der St. Peter und Paul Fundgrube im Lannsfeld.  T. 82.
1604 Das landesfürstliche Werk Ramingstein wird dem Salzburger Rathsburger und Handelsmann Valentin Hellmögg käuflich auf ewig überlassen.  I.
1604 Adam von Gallenberg zu Gallenstein, Erbvogt von Münchendorf, stellt dem Marx Wenger von St. Michel ein Dokument aus, wegen einer Verdächtigung peto eines Erzfundes bei St. Michel.  M 80.
1605 Urban Stainer, Hans Krembser, Michael Prantner, Peter Walduer, Gewerken am Altenberg in der Mur.  T. 82.
1606 Bergbau am Rainkhar? im Aberhambßgraben mit den Gebäuen St. Michael, Urbani und Johannes, vermuthlich dem Hans Prindel gehörig T. 82.
1606 In Ramingstein waren bis Weihnachten bei der Mayrin 2 Lehenschaften mit 12 Knappen, am Haderbau 2 Lehenschaften mit 15 Knappen, am Dürrenrain auf St. Leonhard, St. Cordula, St. Johann Jakob 31 Knappen, also im Ganzen 58 Knappen in Arbeit.  T. 80.
1607 Hans Prindels Bergbaue im Abrahamsgraben 6 Gebäue, in der Callusen 7 Gebäu, bei unser Frau in der Stainnitzen, im Haltgraben bei den 3 Königen.  T. 82.
1611 Valentin Hellmögg und Christoph Rechseißen, Gewerken zu Ramingstein stellen den Kräofen ein, weil sie aus Mangel der rothen Erden (Tuffs) dessen Erze nicht schmelzen können; sie haben vor, ihr neues Kupferbergwerk in der Linnitz dafür stärker zu belegen, da ihnen dessen Schlacken Künftig zu Verschmelzung der Kräofen-Erze dienlich sein werden.  T. 81.
1612 Peter Pichler und Clement Schilcher freien das Goldwaschwerk am Mühlbachstollen.  T. 82.
1612 Georg Pergner von Knittelfeld freit den Büchsensteinbruch in der Linnitzen.  T. 82.
1612 Georg und Jakob Prunner zu Kendlbruck freien im Mühlbach den a.v.B. der Glanzen genannt.  T. 82.
1612 Augustin Lackhner und Hans Mair zu Kendlbruck freien einen Neuschurf im Schusterwald im Kendlbruck.  T. 82.
1612 Valentin Hellmöckh und Cons. freien in Ramingstein am Kräofen 4, am Dürrenrain 27, am Altenberg 9, und am Hohengang 1 Gebäu. 3 Pocher im Betriebe.  T. 82.
1613 Diese Gebäue werden bis 1615 von denselben gefreit; jedoch sind von nun an nur 2 Pocher im Betriebe.  T. 82.
1613 Zum Ramingsteiner Bergbaue des Valentin Hellmöckh und Cons. wird eine Hostkommission, bestehend aus dem Salzburger Münz- und Pfennigmeister Hans Mair und Oswald Aicholtzer, Bergrichter in Rauris geschickt, um die zahlreichen Beschwerden gegen die Gewerken, welche durch Raubbau, und schmähliche Bedrückung der Arbeiter das Werk dem Ruine nahebringen, und die besten Arbeiter zur Auswanderung zweingen, zu untersuchen und Abhilfe zu schaffen.  I.
1614 Thoman Hofer von Punch ? trägt dem Freiherrn Ludwig von Dietrichstein auf Rabenstein, Burggrafen zu Klagenfurt in Kärnthen, ein Kupfererz an, das in einem Neuschurfe im Weißpriachwinkel bricht.  T. 81.
1614 Den Ramingsteiner Gewerken wird gedroht, die Frohnbefreung künftig zu entziehen, wenn sie ihrer Verpflichtung, dafür wenigstens jährlich 100 fl. für Hoffnungsbaue anzuwenden, nicht nachkommen,  T. 81.
1615 Valentin Hellmöck und Cons. hauen alles vorbereitete Erz ganz heraus, stellen die Feldorte ein, lassen die Stollen eingehen, machen keine Durchschläge und Wetterfahrten, und ist es für den Landesfürsten dringend nothwendig, will er das Werk Ramingstein nicht vollkommen zu Grunde richten lassen, es baldmöglichst zu übernehmen. Um den ganzen Winter über in 4 Oefen schmelzen zu können, und im Jahre 700 Mark Silber zu erzeugen, müssen 3 Pocher in Gang kommen und der Berg mit 80 bis 100 Lehenshäuern belegt werden.  I.
1615 Valentin Hellmöck und Cons. verraitten das Ramingsteiner Werk zum letzten Male um Pfingsten 1615, von da geht es an den Landesfürsten über, der am Käofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg 9, am hohen Gang 1 Gebäu, wie vorhin freit und bis 1616 noch mit 2 Pochern arbeitet.  T. 82.
1615 Balthasar Freiherr von Thanhausen auf Oberfladnitz, Erbtruchseß des Erzstifts Salzburg, des Erzherzogs Ferdinand, zu Österreich, Oberstkämmerer, Landoberstjägermeister und Hauptmann zu (C – staw?) und Rudolf Freiherr von Por auf Hartberg und Krotenstein, Ritter des St. Johannisordens, Erzherzog Ferdinand zu Österreich Rath und Kämmerer verkaufen laut Contract dem edlen und vesten Herrn Hans Venuß und seinen Cons. ihr Bergwerk am Ragofen d. i. die Gruben bei St. Peter mit allem Erz, Zeug und Zubehör um 400 fl. reinisch und 30 Thaler Leikauf.  T. 81.
1615 Des Hans Venus Kupferbergbau am Ragofen im Weißpriachwinkel beschäftiget 1615 – 1616 1 Hutmann, 23 Knappen, 10 Herrenarbeiter, 5 Säuberjungen.  T. 82.
1615 Alphons von Lamberg berichtigt das von 1613 – 14 ausständige Freigeld von 12 Gebäuen in der Mur. M 81.
1615 N. Gössner zu Judenburg, der in der Mur Bergbau treibt, hat vor, alle Lambergischen Bergwerke und Werksgaden zu kaufen. M 81.
1616 Das lambergische Bergwerk Stübelbau und Schulternbau geht durch die Nachlassigkeit des Lambergischen Verwalters Heinrich Lännthaler, der trotzdem er vom Bergrichter darauf aufmerksam gemacht wurde, die Gruben nicht freite, verlassen und wird am 15. Juni 1616 dem Hans Rudolf Thanner von Thann, fürstl. Markgräflich Burgauischen Mundschenk, verliehen.  M. 81.
1616 Hans Venus, der seinen Arbeitern am Ragofen den Lohn erst auf vielfältiges Betreiben des Bergrichters auszahlt, fertigt dieselben schließlich mit 1 ½ Startin Wein ab.  T. 82.
1616 Urban Dengg, Marx Fingerlos, Peter Puechseitner freien im Mitterberger Graben einen Neuschurf T. 82.
1617 Auf dem v. Thannischen Stübel- und Schulternbau sind am 20 Jänner schon etliche Hundert Kübel Erz gehaut, die mit Nächsten verpocht und verschmolzen werden sollen, wozu der Verwalter Wilhelm Heißler die ehemalige Lambergische verfallene Schmelzhütte und pocher gegen Entgelt benützen will, welche aber Lamberg nur für den übertriebenen Preis von 500 fl. käuflich überlassen will. Der Bergrichter droht deshalb dieselbe expropriiren zu lassen, und wird diese endlich am 5. Juli 1618 mit Inventar übergeben.  M. 81.
1617 Der Landesfürst freit den Erbstollen am Dürrenrain Marx Sittich genannt, und am Kräofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg 9, hohen Gang 1 Gebäu. 3 Pocher bis 1622 im Gang.  T. 82
1618 Der Landesfürst freit die Gruben wie 1617 bis incl. 1622.  T. 82
1620 Nach einem Schienzug (markscheiderische Vermessung) sind die Schächte des grossen und kleinen Gottberaths am Altenberg in Ramingstein 200 Lachter tief im Gebirge und ist das grosse Gottberather Gesenk in der Tonnlage 28 ½ Lachter und auf die Saigerteufe reducirt 19 Lachter tief.  I.
1620 Leonhart Steinegger, Ruep Griesser, beide Knappen, freien am Mühlbach 2 Rechte am Glanzenbau.  T. 82.
1620 Georg Gapitscher zu Tamsweg und Matheus Waldner freien unter dem Schwarzenberg und ebendort gegen des Zechners Raith 2 Goldwaschgerechtigkeiten. T. 82. Erneut 1628
1620 Peter Pichler freit unter dem Schwarzenberg beim Stübl eine Goldwaschgerechtigkeit. T. 82. (1623 neu gefreit)
1620

Balthasar Haußler zu ST. Michael freit unter dem Schwarzenbrg eine Goldwaschgerechtigkeit. 

T. 82.
1621 Der steirische Gewerke Georg Vischer schließt mit dem hochf. Ramingsteiner Handel einen Contract zur Einführung von Schmelzverbesserungen, die er auf sein Risico gegen Gewinnstautheil vornimmt. 1621 – 28.  I.
1622 In Ramingstein ist die Erztheilung, was das Gewicht betrifft, gut vor sich gegangen, doch sind die Stufen um 1 Quintel im Silberhalt gesunken, da die Kräofner Erze „grembsiger prechen.“  I.
1623 Anlagen der Bundschuher Gewerken um Frohnbefreiung.  I.
1623 Neu erbauter Pocher in der Mißlitz bei Ramingstein. I.
1623 Der Landesfürst freit am Kräofen 4, Dürrenrain 27, Altenberg 6, hohen Gang 1 Gebäu, was Alles bis 1928 verbleibt. Von nun an bis 1639 sind 4 Pocher im Betriebe.  T. 82.
1623 Hans Friedrich Fux zu Ramingstein freit 3 Grubenrechte in der Leißnitz.  T. 82.
1623 Hans Rudolf von Thanner findet im Zederhaus ein neues Kupfererz, bittet ein Oeferl aufstellen zu dürfen, dann sollen im Weißpriach wegen eines Pochers und des Kohlholzes die Interessenten vernommen werden.  T. 81.
1624 Hans Rudolf von Thanner wird von den Zederhauser Bauern bei seinem Bergbau am Rauchwald sehr bedrängt. Dort hat er bei den alten verlassenen Bauen 2 Schwefelöfen, 1 Schmelzhütte, eine Säge sammt einer Bergschmiede erbaut, aber noch keinerlei Nutzen davon gehabt. Einer seiner Knappen hatte im Murwinkel ein neues Kupferbrübl gefunden.  I.
1624 Karl Jocher von Bundschuh bittet ihm zur Setzung seines Plaofens einen Maurer zu gewähren, da er sonst seiner Verpflichtung die bestellten (?) und pochschüsser zu liefern (für Ramingstein) nicht nachkommen könne.  T. 81.

(*) Quellen-Angaben lt. Wolfskron:
I – IV = Faszikel der Bergwesensregistratur B = berghauptmannschaftliche Akten
M = Akten des Pflegegerichtes St.Michael T = Akten des Pflegegrichtes Tamsweg
U.A. = Th. von Kleinmayers unparteiische Abhandlungen

 

Quelle: "Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, Band 24, Jahrgang 1884"
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rainer Wilflinger (GfSL)
Erfasst von Christina Hofmann, Tamsweg


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