Steinkohlebergbau in St. Andrä

Es ist bekannt, daß in der Gegend von St. Andrä und Wölting Steinkohle gefunden wurde. Schon im Nonnberger-Urbarbuch Nr. 95 von 1651 scheint folgende Eintragung auf: "Daniel Löckher zu Wölting dient von einem Äckherl, genannt das Schatzgriebl, so an Löckhers Huebgrund, die "Stein-Kohlerpeunt" genannt, anraint und mit dem oberen Ort ans Feld.

Der Name "Schatzgriebl" ist heute noch als Flurname zu Füßen der Siedlung Haslach bekannt. Sicher hat man schon in alter Zeit dort nach Bodenschätzen gesucht. Für das Hammerwerk in St. Andrä hättenatürlich ein ergiebiger Steinkohlenfund in nächster Nähe große Vorteile gebracht. Daher ließ auch Fürst Schwarzenberg als Besitzer des Hammers in den Jahren 1887 bis 1891 nochmals ausgiebig nachforschen. Eine ziemlich genaue Darstellung dieser Arbeiten ist in den Mitteilungen für Salzburger Landeskunde 1979 von Günther und Tichy zu finden. Auch beim Gemeindeamt St.Andrä liegen solche Akten.

Demnach wurde in Wölting 1887 besonders im "Lehmgraben" gearbeitet. Obwohl der Suchstollen eine Länge von 66 Metern erreichte und 30 Meter in die Triefe ging, fand man doch nur einige faustgroße Kohlenbrocken. Auch beim Bach sind Kohlenbrocken bis Kopfgröße gefunden worden. Ein Abbau war unrentabel und daher wurde der Versuch aufgegeben.

Im Jahre 1889 begann man über Auftrag des Fürsten mit Versuchsgrabungen im Gebiete gut 300 Meter östlich vom Harrerbauern. Der Schacht erreichte 106 Meter Tiefe, aber man fand in dem Sandgestein nur in 62 Meter Tiefe einen Glanzkohle-Flötz von 40-50 cm Stärke, der aber nur von geringer Ausdehnung war. Bemerkenswert waren Funde von Schiefergestein, in dem Abdrücke ehemaliger Pflanzen zu sehen waren. 

Auch in Wölting war man schon auf solche Versteinerungen gestoßen. 1891 wurden diese bergbaulichen Untersuchungen wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Der Schachtkranz, über dem zu Betriebszeiten ein hölzernes Schachthaus stand, ist heute noch im Gelände als Einmuldung erkennbar und von einem Holzzaun umgeben. Die südlich davon liegende Schutthalde ist nun durch Jungwald verwachsen. Glanzkohlebrocken sind noch auffindbar.

Aus der Orts-Chronik von St.Andrä 


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