Altlasten im Bergbaugebiet Seekar

Der Bergbau am Seekar weist eine lange Geschichte auf. Von den Berbautätigkeiten, die bereits im Mittelalter begonnen haben und die im Verlaufe des ersten Weltkrieges endeten, sind heute noch zahlreiche Spuren, insbesondere ausgedehnte Halden, vorhanden. Die Flächen, auf denen sich diese Halden befinden, werden heute überwiegend als Weideflächen genutzt, zudem erfolgt eine touristische Nutzung für Schipisten und ähnliches. Die vorhandenen Halden sind heute noch sehr gut im Gelände erkennbar, auch haben sich durch die Verwitterung der Mineral- und Erzbestandteile der abgelagerten Halden an manchen Stellen Reaktionprodukte gebildet, die ebenfalls gut sichtbar sind. 

Eine Beprobung der direkt abgelagerten Materialien durch die Abteilung Umweltschutz zeigte, dass erwartungsgemäß der Kupferanteil in diesen Erzblöcken sehr hoch ist. Oft sind auch Quecksilber- und Arsenanteile vorhanden. Trotz der subalpinen bzw alpinen Lage dieser Rückstände erschien es daher notwendig, zumindest die unmittelbar angrenzenden Weideflächen zu beproben. Diese Untersuchungen wurden wiederum von Juritsch im Jahre 1997 durchgeführt. Die Bodenprobenahmen erfolgten im wesentlichen im Bereich der Seekar-Alm, die sich auf einer Höhe von 1700 und 2200 m befindet.


Ergebnisse der Beprobungen im Bereich der Seekar-Bergbaue,

Die Ergebnisse zeigen, dass die Böden im Umfeld der ehemaligen Stollen (insbesondere im Bereich des Gottesgabstollens) stark mit jenen Metallen belastet sind, die auch bereits bei den direkten Haldenbeprobungen auffällig waren. Die ergänzend untersuchten Pflanzenproben aus den belasteten Stellen wiesen nur gering erhöhte Kupfer- und Quecksilbergehalte auf, an einer Stelle wurde der Futtermittelgrenzwert bei Quecksilber überschritten. Die sehr hohen Bodenbelastungen spiegeln sich im allgemeinen nicht in den Pflanzenbelastungen wider. Für die Beurteilung positiv wirkt sich allerdings aus, dass die unmittelbar von den Ablagerungen betroffenen Flächen im Vergleich zur Gesamtfläche der Alm nur einen sehr geringen Teil ausmachen und sohin die Gefährdung insgesamt gering erscheint. 

Auch hier gilt wiederum, dass die wesentliche Maßnahme ist, eine unkontrollierte Verbringung von hochbelastetem Material (zB Ausschüttmaterial im Wegebau bei weiterer touristischer Erschließung) unterbunden werden muss. Eine Kontrolle und Untersuchung der Trinkwasservorkommen ist ebenfalls angezeigt, da Teile der Ablagerungsflächen sich innerhalb eines Wasserschongebietes befinden. In Zusammenschau der erhobenen Daten und des Ortsbefundes ist mit diesen Beweissicherungsmaßnahmen das Auslangen zu finden.

Text: Dr.Feitzinger, St.Gilgen


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