Bergbaugebiet Seekar
Geologische Einführung und Mineralogie

Die ersten Nachrichten über die Geologie, Mineralogie dieses Bergbaugebietes stammen von Posephny 1880 und Fugger 1881, in weiterer Folge beschrieb Frech 1901 die geologischen Verhältnisse, wobei in diesem Zusammenhang der Silber- und Kupferbergbau Seekar Erwähnung fand.

Eine umfangreiche lagerstättenkundliche bzw. montangeologische Bearbeitung des Gebietes und des Silber-Kupferbergbaues Seekar erfolgte durch Redlich 1911, weitere eingehende Untersuchungen tätigten Trauth 1925 und 1927 sowie Petraschek 1926.

Nähere Untersuchungen wurden durch Friedrich 1933 und 1953 durchgeführt, ausführliche lagerstättenkundliche bzw. montangeologische Bearbeitungen erfolgten durch Aigner 1938 und Preuschen 1939.

Geologische Forschungen des Umfeldes bzw. der weiteren Umgebung erfolgten durch Scheiner 1960 und insbesondere durch Medvenitsch zwischen 1959 und 1962. Monographischen Charakter besitzt die bisher ausführlichste lagerstättenkundliche Bearbeitung der Silber- und Kupferlagerstätte Seekar durch Waditsch 1964.

Die Silber- und Kupferlagerstätte im Seekargebiet, nordöstlich von Obertauern, im Gebiet des Radstädter Tauernpasses, wird als eine Vererzung angesehen, deren Form und Inhalt im wesentlichen durch den Verlauf einer der „bedeutendsten Überschiebungen der Ostalpen" bedingt ist. Charakteristisch ist die präkristalline Anlage und die zum Teil auf postgenetische Verformungen zurückgehende, stark absätzige, auch im Mineral bestand häufig wechselnde Vererzung, auf die seinerzeit der bereits erwähnte Silber- und Kupferbergbau Seekar betrieben wurde.

Grundsätzlich sind im Bereich der Silber- und Kupferlagerstätte Seekar zwei zeitlich verschiedene und wahrscheinlich auch genetisch stark voneinander abweichende Vererzungstypen zu unterscheiden, nämlich eine ältere Brandenbildung, die im wesentlichen auf eine Eisenkiesvererzung beschränkt ist, und weiters eine jüngere Gangvererzung mit Kupfer-, Nickelmineralen und Eisenkarbonaten usw., wie Ankerit, Mesitin und Eisenspat, die seinerzeit Gegenstand der bergbaulichen Aktivitäten war.

Lagerstättenkundlich wird der Typus Seekar den heißhydrothermalen Kupferkies-, Fahlerzlagerstätten zugeordnet, das bedeutet: heiße, wässerige, vererzende Lösungen drangen beim Aufstieg in Klüfte oder in tektonisch aufbereitete Zonen ein.

Diese Lagerstätten führen teils Kupferkies, teils Fahlerz und Eisenkarbonate, wie Ankerit, Mesitin und Eisenspat, aber auch Quarz bzw. zeigen häufig einen beachtlichen Silber- und Nickelgehalt und so eine bemerkenswerte Verwandtschaft mit den ebenfalls heißhydrothermalen arsenidischen Kobalt-, Nickel-, Wismut- und Silberlagerstätten der Schladminger Tauern vom Typ Vöttern und Zinkwand, welche letztere ihre Kobalt- und Nickelführung hauptsächlich in den Scharungskreuzen der Erzgänge mit s-konkordanten Branden enthalten, wogegen die Gänge außerhalb dieser als Kupferkies-Fahlerzgänge vom Typus Seekar bezeichnet werden können.

Dem Typus Seekar gehören neben der Typlagerstätte noch einzelne Vorkommen im Schladminger Ober- und Untertal an, die bereits eingangs erwähnt wurden.

 

[ Historische Fotos ] [ Historische Dokumente ]

 

Aus dem Buch "Bergbau Seekar und die touristische Entwicklung Seekar-Obertauern"
Mit freundlicher Genehmigung von Fam. Krings, Seekarhaus Obertauern


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