Schellgaden ab 1915 bis heute


Aufgrund des "chronischen Goldmangels" des III. Reiches, wurden nach der Annexion Österreichs mehrere alte Edelmetalllagerstätten neu untersucht. So wurde der "Stüblbau" von 1938-1939 von der Leobener Arbeitsstelle der "Reichsstelle für Bodenforschung" komplett neu vermessen und auf seine Abbauwürdigkeit hin untersucht.


(C) Schmitzberger 2006
Das einstige Bergbaurevier fotografiert von der Zufahrt zur Mautstelle
der A10 Tauernautobahn bei St. Michael im Lungau. Der Gipfel ist das
2481m hohe "Kareck". Links davon der Katschberg-Pass (August 2006).

Schon am 4. Juli 1938, gerade einmal 4 Monate nach der Annexion Österreichs, begannen im Auftrag der "Reichsstelle für Bodenforschung" in Berlin die ersten Arbeiten in Schellgaden. Im April 1939 wechselte der Besitzer des Bergbaues zur "Bergbaugesellschaft Schellgaaden mbH" mit Sitz in Berlin. In ihrem Auftrag entstand nun die notwendige Infrastruktur: Unterkünfte für 40 Personen, Betriebsgebäude, Schmiede, Trafostation, ...

Bald darauf sollte das Erzlager neu angefahren werden - es entstand ein 130m langer Stollen, bei dessen Errichtung aber keine nennenswerten neuen Lagerstätten gefunden wurden. So kam der Betrieb im Herbst 1941 zum Stillstand.

1943 wechselte der Besitz abermals: Eigentümer wurde nun der Berliner Gerd Hahn, der das Bergwerk in die "Gewerkschaft Maximilian" einbrachte. Doch auch seine Versuche den Abbau 1944 wieder zu starten schlugen fehl.

Mit dem Kriegsende 1945 wurde das Unternehmen unter öffentliche Verwaltung gestellt - 1957/58 wurden schließlich sämtliche Besitzungen und Abbauberechtigungen durch die Berghauptmannschaft Salzburg annuliert.

In weiterer Folge kam es bis 1999 zu zahlreichen weiteren Untersuchungen durch verschiedenste Unternehmen: "Kupferbergbau Mitterberg GmbH", "VOEST Alpine Leoben", "Erzbergbau Radhaus GmbH", "Argosy Minig Corp.", ... Trotzdem ruht der Bergbau bis heute und dürfte auch nicht mehr aufgenommen werden. Naturschutz und industrielle Interessen stehen auf zu weit entfernten Standpunkten.


Zustand heute und Zukunftsplanung

Neben den alten Stollenmundlöchern und Ruinen (ca. 15.-19. Jhdt.) sind noch heute deutliche Spuren des Bergbaubetriebes in den 1930er und 1940er Jahren vorhanden. So lassen sich Stollen, Barackenfundamente, Tankfundamente ein Trafohaus und Schienen finden. Aus neuerer Zeit stammen diverse Probebohrungen an den Abhängen des Karecks.

Seit Sommer 2006 werden durch eien australische Mienengesellschaft Probebohurngen durchgeführt, um zu prüfen, ob sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten der Abbau wieder lohnt und die alten Bergbaue reaktiviert werden können.

 

Quelle: www.geheimprojekte.at
Mit freundlicher Genehmigung (C) Schmitzberger

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