Bergbaugebiet Schellgaden - Der Stüblbau
Ein Beitrag von Chris Auer

Betrachtet man die alten hochalpinen Goldbergbaue der Hohen Tauern, die im heutigen Land Salzburg liegen, übersieht man angesichts so klingender Namen wie Radhausberg, Rauris, Bodenstollen, Siglitz etc. leicht das alte Goldrevier von Schellgaden im Lungau . Dies ist aber absolut unbegründet da dieses Goldrevier ebenfalls eine Jahrhunderte lange Tradition hat und auch die Quantität an göldischem Silber nicht gering war.

Auch heutzutage präsentiert sich Schellgaden mit seinen Einzelrevieren Stüblbau, Schulterbau, Prahmleiten und Birgeck vielfältig. So konnte von uns sowohl eine hochinteressante bergbauhistorische Dokumentation angelegt werden als auch eine umfangreiche mineralogische Systematik gefunden werden. Dies geschah über einen Zeitraum von über 20 Jahren.

Der labyrintische Stüblbau (versperrter Eingang !) ist zweifelsohne mit seinen etwa 17km der größte Einbau. Untertage kann man die unterschiedlichsten Abbaumethoden der Jahrhunderte studieren, vom Feuersetzen des 15. Jahrhundert bis zur (kurzzeitigen) Abbauweise des 20. Jh.. Leider zeigt sich das System seit einigen Jahren an mehreren Stellen stark verbruchgefährdet. Montanhistorisch besonders schön sind die häufig anzufindenden viele Zehnermeter langen, zeitweise an beiden Ulmen exakt aufgeschlichteten 2-3 Meter hohen Steinmauern. Ferner sind die langen und niederen Feuersetzstrecken höchst beindruckend. In ihnen fühlt man sich angesichts der rußgeschwärzten niedrigen Firste und dem Geruch einer Köhlerei ins Spätmittelalter zurückversetzt. Es stehen noch meterdicke Au-Ag-Pb-Cu führende "Lagergänge" an mit "zuckerkörnigem Goldquarz Typus Schellgaden " sowie regional viel Scheelit, der schon öfters das Ziel von Prospektionsversuchen war.

Auch mineralogisch hat der Stüblbau einiges zu bieten. Neben des Typminerals Phosphorrösslerit, der hier in entlegensten Teilen im Grubenschmand zu finden war (ähnelt Kandiszucker), besonders natürlich Gold aber auch Scheelit, Stolzit, Cerussit, Malachit, Schörl etc.

Zuletzt sei ausdrücklich erwähnt daß keinerlei öffentlich zugängliche Einbaue existieren und die Schlüsselvergabe äußerst restriktiv gehandhabt wird. Bitte bei Mineraliensammlern bedanken, die sinnlos hölzerne Fahrten zerstörten ! Umso größeren Dank dem jetzigen Besitzer, der in vorbildlicher Weise mit mir zusammenarbeitete um dieses montanhistorische Denkmal zu dokumentieren. 

 

[ Bilder einer Grubenfahrt ]

Wir danken Herrn Auer für diesen Beitrag !


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