Lungauer Bergbau-Sagen
Die Schwarzenberghexen

 

Bei Vollmond kommen aus den alten Stollenlöchern in Erd die Schwarzenberghexen.

In langen, zartweißen Kleidern steigen sie aus den schwarzen Stollen und tanzen über die Vollmondwiese. Ihr Haar ist pures Gold, das über ihre schleierdünnen Kleider bis zum Erdboden fällt. Nach einer Musik, die für sterbliche Ohren nicht zu hören ist, drehen sie ihren Reigen - so schwerelos, als waren sie nur Dunst und Nebel.

Nur Sonntagskinder haben die Gabe, ihren Weisen zu lauschen, die so wunderbar klingen, als streiche ein Bogen aus Mondlicht über eine gläserne Fiedel. Die ganze Nacht tanzen sie über ihre Mondscheinwiese, flüstern und tuscheln, kichern und summen, obwohl Schloss Moosham mit seinen düsteren Burgfenstern, wo noch spät nachts der Fackelschein glüht, mit harten argwöhnischen Wächteraugen auf das unbeschwerte Treiben der goldhaarigen Hexen herabschaut.

Aber was kann Moosham ihren Tanzen und ihrer gläsernen Mondscheinmusik anhaben? Auf einen Wink hin sind die Schwarzenberghexen unsichtbar und verschwunden in einem der hundert Goldsäle im Schwarzenberg.

Der Platz heißt der Rader Tanzbichl. Dort blieb auch der Schnee nie lang liegen, weil ihn die Hexen fortgetanzt haben.

 


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