Lungauer Bergbau-Sagen
Goldschätze im Preber

 

Der Preber ist der an Schätzen reichste Berg des Lungaus. Von Venedig bis Böhmen trafen hier Erzklauber und Abenteurer ein, um ihr Glück zu versuchen. Wem die mächtigen Berggeister, die in seinem Innern herrliche Paläste voller Kostbarkeiten bewohnen, zugeneigt waren, konnte darauf hoffen, hier mit Reichtum beschenkt zu werden.


Das Bischofsloch

Ein langer finsterer Gang, der sich wie eine Schlange in das dunkle Erdreich windet, fuhrt in die Schatzgrotte. Ihr Eingang ist von einer unsichtbaren Platte verblendet, die nur Venedigern und Zauberern sichtbar ist. 

Daher haben schon viele Unglückliche, die plötzlich in auswegloser Finsternis gefangen saßen, im "Bischofsloch" einen elenden Tod gefunden.

Einst stiegen drei arme Lungauer Bauern hier ein, um etwas von diesem Goldsegen der Berggeister an sich zu bringen, und sie trafen es so gut, dass die verblendete Platte gerade offenstand. Sie hatten aber keine Grubenlaterne bei sich, um den Gang auszuleuchten. Nur der schwache Schein einer Kerze gab ihnen dürftig Licht. Aber von den Wänden zu beiden Seiten schimmerten Gold, Silber und Granaten. Einer der drei brach heimlich ein Goldstück aus dem Fels, so groß wie eine Kinderfaust war es, und steckte es ein. Da fuhr ihnen ein Windstoß entgegen und löschte die Kerze, sodass sie nicht mehr ein noch aus wussten. 

Gefangen in Finsternis und dunklem Fels blieben sie hocken und rührten sich lange Stunden nicht vom Fleck. Aber schließlich fassten sie soviel Mut, wieder zurück an den Ausgang zu kriechen. Wirklich stand die verblendete Platte noch offen und sie kamen glücklich ans Tageslicht. Der eine verkaufte sein Goldstück und erlöste sich damit einen Bauernhof.

Die zwei andern aber blieben so arme Schlucker wie zuvor.

 

 


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