Ramingstein
Geografie und Geschichte des Ortes

Die Gemeinde Ramingstein mit den drei Dörfern Madling, Ramingstein und Kendlbruck liegt im Südosten des Bezirkes Tamsweg, auch Lungau genannt, und umfasst ein Gebiet von 94,12 km2. Mit 970 m Meereshöhe ist Ramingstein die einzige Gemeinde des Gaues, welche unter 1000 m liegt, ein Umstand, der sich im Vergleich zum nur wenige Kilometer entfernten Bezirkshauptort Tamsweg klimatisch bereits deutlich bemerkbar macht.

Der Name Ramingstein dürfte auf den römischen Personennamen Ramo zurückgehen und wird in frühesten Urkunden Ramnstein geschrieben. Auf Grund des ähnlich klingenden Wortes wurde in das Gemeindewappen auch ein Rabe aufgenommen, welcher auf einem Felsen steht, der wiederum den in Ramingstein vorkommenden und vorübergehend auch abgebauten Marmor darstellt. Der strategisch wichtige Platz an der Mur wurde schon früh mit zwei Burgen befestigt. Diese werden auch in den ältesten vorhandenen Urkunden aus dem 12. Jahrhundert erwähnt. Noch früher, vor rund 1000 Jahren wurde in diesem Gebiet schon nach Eisen geschürft. Diesen beiden Umständen scheint unser Ort auch sein Entstehen zu verdanken.

Als bedeutender Einschnitt in der Geschichte ist das Jahr 1301 zu sehen, als im Zuge des sich vom Herzogtum Kämten lösenden Gaues die Grenzfeste Ramingstein, von den Kärntner Grafen von Heunburg errichtet, von Erzbischof Friedrich III. an sich gebracht wurde. Das Gebiet umfasste 28 Güter und 113 Keuschen mit zwei Burgen und Bergwerken. Die Verwaltung dieser und auch aller anderen Güter der Salzburger Kirche südlich der Tauern verblieb jedoch für weitere Jahrhunderte beim Vizedomamt in Friesach.

Mit dem 1443 beginnenden Silberbergbau nahm der Ort einen raschen Aufschwung und entwickelte sich in der Folge zum Bergbauzentrum und zur größten Ansiedlung des Gaues. Nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Bergbau sowohl in Kendlbruck als auch in Ramingstein eingestellt werden musste, traf 1841 ein weiterer schwerer Schicksalsschlag die Gemeinde. Ein schrecklicher Waldbrand, der vom 18. bis 23. Juli andauerte, äscherte Schloss Wintergrün, Burg Finstergrün, die ehemaligen Werksgebäude und 40 Wohn- und Ökonomiegebäude ein und vernichtete 1300 Joch Wald. Der Bau der Murtalbahn im Jahre 1894 ermöglichte 1901 die Inbetriebnahme einer Pappenfabrik in Madling, welche über 300 Arbeitskräfte beschäftigte.

1901 begann Graf Sandor Szaypary neben der Ruine Finster grün mit dem Bau einer neuen Burg, welche seine Gattin Margit nach dessen Tod vollendete. Margit Gräfin Szaypary erlangte auf Grund ihres beispielhaften Eintretens für soziale Belange über die Grenzen des Gaues hinaus Bekanntheit. Die inzwischen im Besitz des Evangelischen Jugendwerkes befindliche Burg wird seit vielen Jahren als Jugendferienheim genutzt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzte in Ramingstein eine ungemein rege Bautätigkeit ein. viele kommunale Einrichtungen konnten neu geschaffen werden. 1961 ging das iso-span Baustoffwerk in Betrieb. Hier werden die über Österreich hinaus bekannten Bausteine aus Holzbeton, die sich durch hohe Wärmedämmung auszeichnen, hergestellt. Durch die zahlreichen Bemühungen der für die Gemeinde Verantwortlichen, der Gewerbebetriebe und nicht zuletzt aller Bewohner der Gemeinde konnte viel dazu beigetragen werden, dass sich der Ort in einem gefälligen Äußeren darbietet und seine Bewohner positiv in die Zukunft blicken können.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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