Die Erzmineralogie
der Lagerstätte Ramingstein

Die Erzmineralogie der Ramingsteiner Lagerstätte wurde 1988 von Dr. Gerhard Feitzinger, Sachverständiger für Geologie, Mineralogie und Lagerstättenkunde dargestellt. Demnach ist die Silbervererzung von Ramingstein an Granatglimmerschiefer gebunden. Dieses Gestein besteht vorwiegend aus Granat, Glimmer und Quarz in unterschiedlichen Mengenverhältnissen.

Die Ausgangsmaterialien waren tonige bis sandige Meeresablagerungen mit einem Alter von mindestens 400 Millionen Jahren oder noch mehr. Diese wurden bei Gebirgsbildungsvorgän-gen mehrmals umgewandelt (Metamorphose: Gesteinsumwandlung bei hohen Temperaturen und Drucken infolge einer Versenkung der Gesteinspakete). Der Höhepunkt der letzten (alpidischen) Metamorphose lag vor ca. 50-35 Millionen Jahren. Durch die Auffaltung der Alpen wurden die Granatglimmerschiefer in ihre heutige geographische Lage transportiert. Der Silberträger der Lagerstätte Ramingstein ist Bleiglanz (PbS). Sein Silbergehalt ist auf mikroskopisch kleine Einschlüsse verschiedener Silberminerale zurückzuführen, z.B. Silberglanz (Ag2S), Rotgültigerz (Ag3SbS3) und silberhaltiges Fahlerz. 

Neben den Silbererzen enthält die Lagerstätte auch noch Zinkblende (ZnS), Kupferkies (CuFeS2), Magnetkies (FeS), Pyrit (FeS2) und Ilmenit (FeTiO3). Die Vererzung liegt zum Teil fein verteilt im Granatglimmerschiefer vor, zur Hauptsache ist sie aber in Nestern und Putzen (max. einige Zentimeter groß) angereichert.

Die Silbervererzung wurde vermutlich gleichzeitig mit den tonig-sandigen Ablagerungen angelegt, eventuell im Zusammenhang mit vulkanischen Aktivitäten. Die Anreicherung zu ehemals abbauwürdigen Metallkonzentrationen erfolgte durch Stoffumlagerungen während der Matamorphose bei höheren Temperaturen und Drucken.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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