Die Eisenbergbaue
in Turrach, Kendlbruck und Bundschuh

Händischer Erzabbau
Händischer Erzschlag

 

Trotz der trennenden Landesgrenze, die 2km östlich von Kendlbruck verläuft, standen die drei Eisenwerke zeitweise in wirtschaftlicher Verbindung.

Holzbezugsrechte, die das Amt Ramingstein im Rohrerwald zwischen Turrach und Kendlbruck hatte, galten auch grenzüberschreitend.

Der Erzabbau im Grenzgebiet führte jedoch zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder zu heftigem Streit.

Der bereits stillgelegte Bergbau im Rohrergraben wurde beispielsweise 1803 von Salzburger Bergleuten wieder aufgenommen, was in den darauffolgenden Jahren auch von der Bergbehörde Leoben offiziell genehmigt und anerkannt wurde.

In der Folge meldete jedoch das Murauer Oberverweseramt, unter Hinweis auf ein Schwarzenbergisches „Spezial – Privilegium“, wieder Ansprüche auf die Erzlager an.

Im Jahr 1809 erwarb Fürst Josef II. von Schwarzenberg die ganzen im Bereich der Herrschaft Murau liegende Alpe, um dem Ramingsteiner Werk den Holzbezug aus dem Rohrerwald unmöglich zu machen. Man versuchte sogar, dem Ramingsteiner Amt die durch das Leobner Bergamt erteilte Genehmigung für den Erzabbau streitig zu machen. Die Bitte an den Kaiser, das Schriftstück für ungültig zu erklären, wurde jedoch abgelehnt. 

Mittlerweile waren von den Salzburger Knappen in dem umstrittenen Gebiet bereits zwei Stollen ausgebaut und sieben Neuschürfe bearbeitet worden, was zu einem Erzertrag von 1000 Zentnern geführt hatte.

Obwohl die Streitigkeiten immer wieder neu entbrannten, wusste die k.k. Eisenwerksverwaltung in Ramingstein das Recht auf ihrer Seite und betrieb den Bergbau im Rohrerwald weiter bis zur Stilllegung seitens des Aerariums im Jahr 1817.

Drei Jahre später erhielt, unter neuerlichen Protesten des Murauer Oberverweseramtes, der Inhaber des Eisen- und Schmelzwerkes in St.Andrä im Lungau die Gruben verliehen.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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