Der Eisenbergbau Kendlbruck


Zwei ehemals durch unsere Gegend führende Römerstraßen unterstützen die Vermutung, dass in den Gebieten Turrach, Kendlbruck, Bundschuh, Innerkrems und Eisentratten bereits in der Römerzeit Eisenbergbau betrieben wurde. Das „Ferrum Noricum“ (Eisen aus dem Noricum) war durch seine Härte und die gute Schmiedearbeit sehr begehrt.

Erste schriftliche Erwähnungen stammen aus dem 1521, als Gewerken zu Mühlbach und Ramingstein Beschwerden wegen schlechter Erzeinlösung an Erzbischof Matheus Lang v. Wellenburg richteten. 40 Jahre später wurde auch von Silberbergwerken im Mühlbachtal (Kendlbruckergraben) berichtet.

Im Jahre 1660 wurde der Kendlbrucker Bergbau wegen zu geringer Rentabilität vorübergehend vom Landesfürsten eingestellt. Salzburger Ratsbürger, die den Betrieb als Gewerken wieder aufnahmen, setzten ab 6. April 1701 Franz Pürchner als Verweser (Verwalter) ein.


Hochofenanlage in Kendlbruck


Derselbe erhielt nebst Freiquartier und 70 Pfd. Kerzen eine Jahresbesoldung von 300 Gulden. Ein Pferdedeputat in Höhe von 60 fl, sowie 3 fl an Diäten für Reisen mit dem Pferde wurden ihm ebenfalls zugebilligt. Außerdem stand ihm ein Pauschalbetrag in der Höhe von 80 fl zur Verfügung für Lohnkosten, Kleidung und Kost seines Schreibers.

Dieser Flossofen mit nebenstehender kaminartiger Esse zählt zu den wertvollsten Denkmälern des alpenländischen Eisenwesens. Die beiden Gewölbe der Esse enthielten ein Frischfeuer für die Stahlerzeugung aus Roheisen und ein Ausheizfeuer für die Raffinierung des Frischherdstahls.

Ab 1729 hielt der Gewerke Josef Sünnhuber über 16 Jahre hinweg den Betrieb des Kendlbrucker Eisenwerkes aufrecht. Im Anschluss daran folgte ein zehnjähriger Stillstand und als Sünnhubers befristete Betriebsbewilligung erlosch, kaufte im Jahre 1754 der Landesfürst das Kendlbrucker Eisenwerk wieder zurück.

30 Jahre später wurde das angeschlossene Hammerwerk stillgelegt und die Roheisenflossen mussten nach St. Andrä und Mauterndorf zur Weiterverarbeitung transportiert werden.

Im Jahre 1830 wurde schließlich auch die Roheisenerzeugung eingestellt.


Betriebsgebäude Hinteralm

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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