Soziale Errungenschaften


Brudergeld - Bruderlade

Heutzutage werden alle größeren Berufsgruppen in verschiedenen Belangen durch ihre Gewerkschaften vertreten. 

Die Wurzeln der stärksten dieser Interessensvertretungen, der Metallarbeiter bzw. Bergbaugewerkschaft, reichen bis in den spätmittelalterlichen Bergbau zurück. Die Rechte und Pflichten der damals bereits gut organisierten Ramingsteiner Knappen waren in der Ramingsteiner Bergordnung aus dem Jahre 1459 niedergeschrieben. 

Jedem Arbeiter wurde zum Beispiel ein Teil seines Lohnes abgezogen und in eine Art Gemeinschaftskasse, die sogenannte „Bruderlade“, eingezahlt. Das so zusammengesammelte „Brudergeld“ wurde für die Altersversorgung der Knappen, für die Versorgung von Witwen und Waisen oder zur Tilgung von Arztkosten verwendet. Brudergeldempfänger konnten auf dem Wochenmarkt um die Hälfte der regulären Pfennwerte einkaufen.

Im Jahre 1692 arbeiteten 55 Knappen am Dürnrain, denen bei einer „Raittung“ (Entlohnung) für 13 Wochen Arbeit Brudergeld in der Höhe von 673 fl abgezogen wurde.

   


Nicht immer wurde diese soziale Vorsorge jedoch auch wirklich zweckgebunden verwendet.

Zeitweise wichen die Knappen von ihrer ursprünglichen Sorgfalt und Sparsamkeit ab und tätigten willkürliche Ausgaben für "Tänze und Schmausereien", bis sie von der Obrigkeit wieder zum Einlenken gezwungen wurden.

Aus den Ursprüngen der Knappschaftskassen entwickelten sich die modernen Strukturen der heutigen Sozialversicherung.


Bruderhaus - Armenhaus


So erwartete zum Beispiel einen verunfallten Bergarbeiter Verpflegung, Unterkunft und ärztliche Versorgung im sogenannten „Bruderhaus“. Frauen war der Aufenthalt im Bruderhaus nicht erlaubt.

In Mauterndorf wird ein Bruderhaus im Jahre 1540 erwähnt. Als Handelsstützpunkt und Sitz bedeutender Gewerkengeschlechter hatte der Ort sogar für kurze Zeit einen Erzbischöflichen Bergrichter.


„Barbara Spital“ in Tamsweg


 

In Tamsweg wurde schon im Jahre 1494 das St. Barbara -Spital erwähnt. Vermutlich erbaute man das, der Schutzpatronin des Bergbaues geweihte, Spital mit Unterstützung von Lungauer Gewerken und daher diente es auch der Unterbringung alter und gebrechlicher Bergleute.

Später entwickelte sich daraus das Bürgerspital Tamsweg und seit 1965 befindet sich in diesem Gebäude das Lungauer Heimatmuseum.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein

Eine Seite zurück

               Lungauer Erzwege             
Die Lungauer Bergbau-Geschichte online
© TAURACHSOFT

zur Startseite