Glaube & Schutzpatrone


Im religiösen Leben der Bergleute nahm, getragen von der katholischen Tradition, die Heiligenverehrung einen breiten Raum ein. In großen Bergbaugebieten begann die tägliche Arbeit sogar mit einem kollektiven Morgengebet. Zahlreiche Kirchen, Kapellen und Altäre wurden im Alpenraum den Schutzheiligen des Bergbaues geweiht. 

Aus dem Jahre 1570 stammt ein „Beschwören der Ramingstainer Bergwerchsgenossen, daß Sye sollten zu dem Dämbsweger Gottshaus einen Beytrag thuen.“ Aus den Jahren 1722 bis 1726 ist Folgendes überliefert: „Zu den Kürchen Thurn gebäu zu Ramingstain seynd 400 fl. aus der Jocher’schen Bergwerchs-Bruderschaft herzunehmen verwilliget worden.“ 

Bei der Benennung von Gruben und Stollen tauchen immer wieder Heiligennamen auf, wie etwa St. Cordula, St. Leonhard oder St. Jakob. Auch die Grubenbezeichnungen die „Gottesgab“ oder „unsere Frau“ deuten auf die Gläubigkeit der Bergleute hin. Als die bekanntesten Bergbauheiligen im Alpenraum gelten heute noch die heilige Anna, die heilige Barbara und der heilige Daniel.


Die Heilige Anna 

Vor allem im Silberbergbau erstreckte sich der bergmännische Kult um St. Anna über große geografische Breiten. Anna war die Mutter der Jungfrau Maria, die Jesus gebar. Als mittelalterliches Sinnbild Mariens galt der Mond, das ihres Sohnes Jesus war die Sonne. Noch heute findet man den Halbmond als Symbol für Silber, die Sonne als jenes des Goldes. Die heilige Anna versinnbildlichte also ein Bergwerk, aus dem diese edlen Metalle hervorgingen. Ihr Schoß war gleichsam ein heiliger Mutterboden, der den Bergleuten Segen spendete.


Der Heilige Daniel 


     


Auch er erlangte im Leben der mittelalterlichen Bergleute eine besondere Bedeutung.

Aufgrund seiner Legende wurde er zum Schutzpatron für die Erzsuchenden. 

Der Legende nach träumte Daniel von einem Nest mit silbernen Eiern im Geäst einer Baumkrone. Als er dort vergeblich suchte, wies ihn ein Engel auf das „Geäst“ des Baumes unter der Erde hin. Daniel begann daraufhin mit dem Schürfen im Boden und fand so tatsächlich ein „Erznest“.

Die Heilige Barbara

Sie gilt in der heutigen Zeit als die Bekannteste der Bergbaupatroninnen und wird außerdem von den Architekten (Bauarbeitern), den Artilleristen, den Gießern (Metallarbeitern) und von den Gefangenen verehrt. 

Die Legende erzählt von der Tochter eines Heiden mit Namen Dioscuros aus Nikomedien (Türkei). Barbara sollte nach dem Willen ihres Vaters mit einem Ungläubigen seiner Wahl verheiratet werden.


Diesem Wunsch widersetzte sich die Tochter, indem sie ihr Leben Christus verschrieb. Dioscuros war darüber so erzürnt, dass er die Widerspenstige in einem Turm einschloss. Barbara gelang aber die Flucht und sie kam zu einem Felsen, der sich vor ihr auftat und ihr Schutz bot. Der Verrat durch einen Hirten ermöglichte jedoch ihre neuerliche Festnahme, der schwere Folterungen folgten.

Nachdem auch die schlimmsten Schmerzen die junge Frau nicht von ihrem Glauben abbringen konnten, schlug ihr der Vater eigenhändig den Kopf ab.

Der geöffnete Berg, der Barbara Zuflucht bot, stellt die Verbindung zu den Bergleuten her, die durch ihren Gruß „Glück auf“ das Öffnen des Berges und die Freigabe der Erze erbitten. Barbarafeiern im Bergbau am 4. Dezember sowie der Brauch, Kirschzweige ins Wasser zu stellen, sind alte Traditionen.



Heilige Barbara um 1520, Tamsweg     

 

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein

Eine Seite zurück

               Lungauer Erzwege             
Die Lungauer Bergbau-Geschichte online
© TAURACHSOFT

zur Startseite