Der Pfennwerthandel


Der vom Landesfürsten genehmigte Wochenmarkt diente den Knappen und ihren Familien zur Versorgung mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern aller Art.

Als ab 1615 der Ramingsteiner Silberhandel wieder unter erzbischöflicher Direktion stand, erhielten die Berg- und Hüttenarbeiter einen Teil ihres Lohnes direkt in Form der benötigten Naturalien.

Der restliche Lohn wurde bar als sogenannter „Lidlohn“ ausgezahlt.

Durch erhöhte Pfennwerte versuchte die erzbischöfliche Kammer zum Leidwesen der Knappen Gewinne zu machen.


Mit Befehl vom 17. Oktober 1768 wollte das „Berg- und Münzwesens - Collegium“ den Pfennwerthandel in Ramingstein aufheben und die Verpflegung der Arbeiter durch das jeweilige Pfleggericht veranlassen.

Der Ramingsteiner Verweser Johann Fuscher wies jedoch darauf hin, dass dies unmöglich sei und übrigens eben dieser Handel in 17 Jahren einen Nutzen von über 48.000 fl. ergeben habe.


1 fl = 1 Gulden (Florin), ursprünglich wie der Dukaten 22 2/3 Karat. Schleichende Abwertung, bis 1419 1 fl. rh. (rheinisch) nur noch 18 Karat hatte, also nur noch ¾ Dukaten wert war. Der fränkische Münzverein lehnte 1454 die notwendige Abwertung ab, weshalb 1 fl. fr. (fränkisch) auch weiterhin einem Dukaten entsprach.

1 Gulden = 60 Kreuzer = 240 Pfennig = 8 Rechenschilling



„Guldentaler“ des Erzbischofs
Georg von Kuenburg (1586)


In Zeiten mit guter Wirtschaftslage war der Berufsstand der Knappen aufgrund der Verdienstmöglichkeiten und der sich daraus ergebenden Lebensverhältnisse ein angesehener. Es gab aber auch wirtschaftliche Situationen, in denen der Knappe das symbolische Tragen seines „Arschleders" als Schande empfand.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein

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