Die Ramingsteiner  Kirche

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Als Grenzort zwischen Salzburg und der Steiermark war Ramingstein für die Fürsterzbischöfe bei der Einhebung von Zöllen ein wichtiger Stützpunkt. Auffällig war die Überschneidung der Grenzen der weltlichen und kirchlichen Kompetenzen im Ort. Seit 1641 galt Ramingstein zwar als eigenes Vikariat, unterstand aber der steirischen Pfarre Stadl an der Mur. 

Zur eigenen Pfarre wurde der Ort erst am 9. Jänner 1813 durch das „königlich bayrische Kirchenorganisationsdekret“ für den Lungau erhoben. Erste schriftliche Erwähnungen der Kirche, die es vermutlich schon im 12. Jhdt. gab, stammen aus dem Jahre 1366. Damals sprachen nämlich die Herren Achaz und Adam aus dem Geschlecht der Weißpriacher bei einer ihrer zahlreichen Wochenmessstiftungen davon, dass „Ihre Vätter selig sie von Newen gepaut und aufgehebt und gestüfft habent.

Die Kirche wurde dem heiligen Achatius geweiht, einem legendären Märtyrer, der zu den vierzehn Nothelfern zählt und dessen Gedächtnis am 22. Juni gefeiert wird.


     Ansicht der Kirche mit östlich angelegtem
Friedhof aus dem Jahre 1817


Beim Großbrand in Ramingstein im Jahre 1841 blieb das Bauwerk zwar verschont, dreizehn Jahre später wurde es aber ein Raub der Flammen und musste neu aufgebaut werden.

Im Jahre 1862 wurde die Kirche wieder neu eingeweiht.

Nachdem sie im Juli 1889 neuerlich durch einen Brand zerstört worden war, erfolgte in den Jahren 1890-1894 der Wiederaufbau im neugotischen Stil. 

Die Totenkapelle hinter der Kirche wurde bereits 1727 erbaut.

Die Ausbreitung des Protestantismus machte sich auch im Grenzort Ramingstein bemerkbar.

 
Durch die stete Zuwanderung von Bergleuten wurden die Einflüsse dieser neuen Lehre noch verstärkt. Der katholische Erzbischof versuchte dem entgegenzuwirken und verhängte mitunter schwere Strafen über zuwiderhandelnde Personen. Kaplan Kranzeisen, ein aufgeschlossener Seelsorger und Anhänger der neuen Lehre, konnte sich im Jahre 1572 den gegen ihn geplanten Untersuchungen nur durch Flucht entziehen.

Einer Aufstellung aus dem Jahre 1615 zufolge wurden im Berggericht Ramingstein 217 Personen, darunter 43 Knappen und deren Frauen, bekehrt und 3 Auswanderungen verzeichnet. Um den katholischen Glauben wieder zu stärken, kündigte Erzbischof Paris Lodron die Entsendung von Kapuziner Patern in den Lungau an. Ab 1630 waren die ersten Kapuziner in Tamsweg ansäßig. Im Jahre 1644 begann man dort mit dem Bau eines Kapuzinerklosters und einer Kirche.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein

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