Die Fundgrube


Hatte ein Bergmann einen abbauwürdigen Erzgang erschürft, erbat er dringend beim Bergrichter die Erteilung der Schürfrechte. Wenn es sich bei dem gemeldeten Erzlager um ein neues in der Gegend handelte, wurde dieses als Fundgrube bezeichnet. Laut Ramingsteiner Bergordnung war es üblich, einen Neuschurf durch aufgenageltes Werkzeug zu belegen.

     


Nach Verleihung einer Fundgrube durch den Bergrichter war der „Fundgrübler“ zum Schutz der Erze auch an den angrenzenden Grubenfeldern (Schermbauen) interessiert.

Wenn aneinandergrenzende Gruben von verschiedenen Gewerken oder Lehenschaften betrieben wurden, kam es im Zuge von Durchschlägen oft zu Streitigkeiten.

Aus dem Jahr 1556 wird zum Beispiel berichtet über „.....Wilhelm von Moßhaimbs Grubenstreitigkeiten wegen Abführung der Wässer aus dem landesfürstlichen Haderbau am Kräofen zu Ramingstein durch einen Durchschlag nach der Moßhaimischen Fundgrube.“ 

Wollte sich ein Gewerke gegen das Vorgehen seines Grubennachbarn wehren, gab es für ihn die Möglichkeit des „Beschreiens“ (Einspruch erheben).

Dem Bergrichter oblag es in solchen Fällen für Ordnung zu sorgen.

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Durchschläge waren trotz der Probleme, die sich oft daraus ergaben notwendig für die Grubenbewetterung und die Wasserlösung. Auch die Bergbaureviere südlich der Mur Dürnrain, Haderbau, Kräofen und die Fundgrube bilden ein durchschlägiges Streckennetz.

Erweiterte man die Durchschläge, bis eine passierbare Verbindung zwischen Grubenbauen bestand, sprach man von „Öffnungen“.

Die neue rechtliche Situation, die als Folge derartiger Öffnungen eintrat, musste durch einen Richterspruch geklärt werden.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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