Der Erzweg Altenberg - Wegbeschreibung
Gehzeit ca. 3-4 Stunden

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Gemeindeplatz. Hier können Sie, falls Sie mit dem PKW angereist sind, diesen auch abstellen. Während der Öffnungszeiten des Gemeindeamtes erhalten Sie im dort untergebrachten Fremdenverkehrsbüro alle gewünschten Auskünfte. 

Weiters liegen hier Informationen über den Montanlehrpfad auf. Am besten nehmen Sie auch das Blatt mit dem Montanlehrpfad-Rätsel mit, welches Sie dann ausgefüllt am Ende Ihrer Wanderung wieder abgeben. Sie können es aber auch mit der Post einschicken. 


   
Sehr sehenswert ist auch die Vitine im Außenbereich des Gemeindeamtes:


Vom Gemeindeplatz aus folgen wir der leicht ansteigenden Bundesstraße. Bald nach der Volksschule, die später noch beschrieben wird, erblicken wir links Schloss Wintergrün, das ehemalige Verwaltungsgebäude des Ramingsteiner Silberbergbaues. 

Hier hatte auch der Bergrichter seinen Sitz. Heute ist darin die Forstverwaltung der Schwarzenberg 'sehen Familienstiftung untergebracht, in deren Besitz sich ca. 40% der Gemeindefläche befindet.


Nach Überschreiten des Mislitzbaches, der im Gebiet der Karneralm entspringt und hier in die Mur mündet, sehen wir rechts der Straße das Haus Egger, das aus den Ruinen der ehemaligen Schmelzhütte entstanden ist. 

Abgesehen von einigen Schlackenresten, die in diesem Bereich gefunden wurden, sind keine Hinweise auf die ehemalige Verwendung mehr erkennbar.


Um den auf der linken Seite entlang der Karneralmstraße sich ausbreitenden Waagplatz befinden sich weitere historische Gebäude. Zuerst fällt uns das Gasthaus Durigon, auch Ramingsteinerhof genannt, mit seinem Treppengiebel auf. 

Dieses war bereits zur Zeit des Bergbaues als Wirtshaus, aber auch als Kaufhaus in Verwendung und soll als Magazin für den Berg-und Hüttenbetrieb gedient haben.


Gleich anschließend sehen wir den Bäckenwirt, ein ebenfalls uraltes Gasthaus, das vor kurzem renoviert wurde und in dem sich nun Wohnungen sowie die Gemeindebücherei und Räumlichkeiten für die Bergrettung befinden.


Gegenüber dem Gasthaus Durigon liegt direkt an der Mur das Haus Rottensteiner (Nr. 16), auch "Probiergaden" genannt. Dieser Name weist darauf hin, dass an dieser Stelle der Probierer den Metallgehalt des Erzes bestimmte. 

Nach Betrachtung dieser Gebäude im Bereich des Waagplatzes, die mit weiteren Gebäuden wie Knappenhäusern und Waschplätzen entlang des Mislitzbaches sozusagen das Zentrum der Verwaltung und der Verhüttung bildeten, überqueren wir nun auf dem hier befindlichen Steg die Mur und erreichen die Felsenpromenade, welche gleichzeitig auch als Naturlehrpfad ausgestattet ist. 


Gleich nach der ersten Abzweigung nach links bietet sich uns ein hervorragender Blick über die schon erwähnten Häuser sowie den größten Teil des Dorfes Ramingstein. Auf der uns gegenüberliegenden Talseite erblicken wir im hintersten Teil des Mislitztales das Gebiet der Kameralm. 

Im Sommer ein beliebtes Wandergebiet, finden vom Winter bis in den Frühling hinein die Schifahrer beste Schnee- und Pistenverhältnisse vor.


Auf dem weiteren Weg über die Felsenpromenade sticht uns noch ein Gebäude besonders in die Augen, nämlich die 1912/13 errichtete Volksschule mit ihrer hervorragenden Architektonik; sie gilt als eine der schönsten Schulen des Landes Salzburg.


Weiters die auf einem steilen, fichtenbewachsenen Hang stehende Burg Finstergrün, deren rechter Teil viele Jahrhunderte lang als Grenzfeste gedient hat und heute nur noch als Ruine erhalten ist. Daneben ein erst in diesem Jahrhundert (1900 bis 1904) von der Familie Szäpäry errichteter Bau. 

Diese Burg ist das Wahrzeichen der Gemeinde Ramingstein. Derzeit dient sie als Erholungsheim, in dem jährlich Tausende Jugendliche Schullandwochen und Ferien verbringen.


Am Ende der Felsenpromenade zweigt links ein Weg, der sogenannte Kirchsteig, ab. Dieser durchgehend steile Steig führt nach zwei Kehren zunächst auf eine Anhöhe mit hervorragender Aussicht auf das benachbarte, noch zur Gemeinde Ramingstein gehörende Dorf Kendlbruck. 

Hier und im taleinwärts liegenden Mühlbachtal wurde vor über tausend Jahren Eisen abgebaut. Im Ortsbereich finden wir heute noch eine Hochofenanlage, die zu den montanhistorischen Raritäten des alpenländischen Eisenwesens zählt.


Nach einer kurzen Rast erreichen wir die Ortschaft Stein. Von hier wandern wir auf ebenem Weg hinein in den Tschellergraben. Nach Überschreiten des gleichlautenden Baches steigt der Weg wieder an und führt in mehreren Kehren hinauf bis zum ersten Marmorsteinbruch. 

Hier haben wir mit 1.300 m den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. 


Nachdem Sie sich bis hierher schon tüchtig angestrengt haben, ist jetzt Zeit, nach der Besichtigung dieses bis vor wenigen Jahrzehnten noch betriebenen Steinbruches eine kurze Rastpause einzulegen. Zur gegeben Zeit befinden sich in den flachen Tümpeln neben dem Weg zahlreiche Kaulquappen, Molche und Salamander, die das Interesse der Kinder finden werden.

Kinder haben übrigens viel Spaß mit HAmmer und Meisel im Steinbruch "zu arbeiten". Sie finden beides in der Infotafel am Steinbruch.

Nach wenigen Minuten Gehzeit finden wir nach der nächsten Kehre den zweiten Marmorsteinbruch, den wir uns auch ansehen sollten. 


Danach kehren wir um und folgen dem Weg, der von der Kehre leicht talabwärts mitten durch das Altenbergrevier führt, eines der 4 Hauptabbaugebiete des Ramingsteiner Silberbergbaues. Mit einiger Aufmerksamkeit werden Sie beiderseits des Weges zahlreiche Spuren der einstigen Arbeit der Knappen entdecken. 

Von diesem Weg, der bis zum Thomanbauern- bzw. Mörtlergut führt, macht unser Weg eine Abkürzung hinunter zum Portal des Schaubergwerkes, von wo wir nach wenigen Minuten den dazugehörenden Parkplatz mit dem Eingang zum Hauptstollen dieses Reviers, dem Berghauptmann-Hoffnungsstollen, erreichen. 


In der Annahme, dass Sie am Bergbau allgemein interessiert sind, darf ich Ihnen einen Besuch dieses Schaubergwerkes, das in dieser Broschüre noch näher beschrieben ist, ganz besonders empfehlen. 

Führungen sind das ganze Jahr über möglich. Während von hier eine asphaltierte Straße in einer weiten Kehre ins Tal führt, macht unser Weg bald nach dem Parkplatz neuerlich eine Abkürzung und wir erreichen über einen alten Güterweg den Ortsteil Altenberg, von wo wir nach kurzer Zeit die Mur überqueren und wohl schon etwas müde wieder unseren Ausgangspunkt erreichen. 

[ Impressionen einer Wanderung ]

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein
Bilder: Taurachsoft

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