Das Revier Altenberg


Die Baue dieses Reviers befinden sich nördlich der Mur in größtenteils bewaldetem Areal in einer Höhenlage von 1060 bis ca. 1300 m. Die Mehrzahl der Stollen wurde in Wand- und Schrofenbildendem Granatglimmerschiefer bzw. -quarzit angeschlagen (ca. 1110-1160 m), und zwar westlich der Straßenkehre unterhalb des Mörtenbauern.

Der Berghauptmann-Hoffnungstollen, der als Unterfahrungsstollen weite Teile des Grubengebäudes entwässert, liegt im Bereich der Straßenkehre (1070m). Durch den Straßenbau wurde das Mundloch verschüttet, im Zuge des Ausbaues des 1990 eröffneten Besucherbergwerkes aber 1997 wieder gewältigt.

Im bewaldeten Gelände westlich der Straßenkehre ist am Fuß eines mehrere Meter hohen Wandls ein ca. 100m langer Unterbaustollen eingetrieben, der die Lagerstätte nie erreichte (1060m). Aus dem verbrochenen Mundloch tritt Wasser aus. Von der Kehre führt ein Fußsteig in mehreren Serpentinen die beachtliche Abraumhalde hinauf zu den oberen Einbauen am Fuß einer Felswand (1150m und 1160m). Der tiefer gelegene erschließt die noch fahrbaren Läufe und Abbaufelder des Reviers. Bei der gemauerten und mit einer Wettertüre versehenen Anfahrtsstube beginnt die geführte Untertage-Tour im Rahmen des Schaubergwerkes.

Ca. 150 m westlich dieser Hauptbaue befinden sich, ebenfalls am Wandfuß, die nicht so ausgedehnten Weißwirtsbaue (1120m), in älteren Karten meist fälschlich als Griengrubenstollen bezeichnet. Der eigentliche Griengrubenstollen ist hingegen weiter nordwestlich (ca. 1300m) zu suchen, nämlich im Nahbereich des 1997 errichteten Montanlehrpfades, der vom Gemeindeamt zum aufgelassenen Marmorsteinbruch im Tschellergraben und herüber zum Schaubergwerk führt.

Schließlich liegt östlich der Hauptbaue noch ein kleiner Tagverhau (1250m) mit einer auf wenige Meterzehner fahrbaren Zeche samt davor befindlicher Abraumhalde. Der überwiegende Teil der Stollen verläuft etwa NE, mit zumeist kurzen NW-gerichteten Querschlägen bzw. Aufbrüchen. Die alten Bergleute machten sich beim Streckenvortrieb eine Anzahl hauptsächlich NE- bis NNE-streichender, mittelsteil (45-50°) SE- bis SSE-einfallender Verwerfer (Störungen) zunutze, die in der Regel als dm- bis m-mächtige mylonitische Scherzonen ausgebildet sind. Derartige Schwächezonen konnte man mit den damals üblichen, primitiven Methoden (Schrämarbeit mit Schlägel und Eisen sowie Feuersetzen) leichter gewältigen als den ungestörten und daher mechanisch weitaus widerstandsfähigeren Granatglimmerschiefer bzw. den noch kompakteren Glimmerquarzit oder Granatfels.

Die Abbaufelder haben, der Lagerstättenform entsprechend, ihre größte Längserstreckung ebenfalls in NE-Richtung. WEISZ (1951) unterscheidet zwei Typen: 

a) große Weitungsbaue (Zechen) bis 120 m Länge, 3-10 m Breite und 2-6 m Höhe

b) breitere, niedrige Abbaufelder bis 2,5 m Höhe

Letztere sind meist dicht mit taubem Gestein versetzt. Beide Typen folgen dem flachen Einfallen der erzführenden Lager (meist 14-16°). Die gesamte Fläche der heute noch zugänglichen Abbaufelder wird auf 14.000 m2 geschätzt.

Größere Abraumkubaturen liegen im Altenberg-Revier nur mehr auf der weithin sichtbaren, ca. 200m langen, bis zu 100m breiten Halde, die sich von der Anfahrtsstube bis zur Straßenkehre erstreckt. Erzhältige Proben mit meist feinkörnigem Bleiglanz findet man hauptsächlich im grobblockigen, nur geringfügig vegetationsbedeckten unteren Abschnitt. Die höheren Anteile weisen einen alten Fichten- und Lärchenbestand auf.

Die Kubatur dürfte ca. 20.000-25.000 m3 betragen. Mitsamt den übrigen, wesentlich kleineren und weitgehend tauben Halden ergibt sich für das Altenberg-Revier grob gerechnet eine Gesamtkubatur von 30.000 m3.

Text: Dr.Feitzinger St.Gilgen

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