Der Probierer

Der Probierer führte im "Probiergaden" als landesfürstlicher Beamter die qualitative und quantitative Bestimmung der Erze durch, wobei er seinem Dienstherrn zu Sorgfalt und Redlichkeit verpflichtet war.


Der Probierer am eckigen Ofen

Wurde ihm Erz unbekannter Herkunft vorgelegt, so hatte er die Nachforschungen anzustellen und das Ergebnis dem Erzbischof zu melden, damit neue Gruben und Zechen ordnungsgemäß verpachtet werden konnten.

Vor dem Schmelzprozess war es wichtig, das Erz auf seine Anteile an Edelmetallen zu "probieren". So wurde etwa in Ramingstein Bleiglanz auf seinen Silbergehalt und in Schellgaden (Murtal) Pyrit und Arsenkies auf den Goldgehalt untersucht. Wichtig beim Probieren war die Wahl der "Zuschläge" (Flussmittel). Vorherrschend war die Verwendung von Blei, welches die Eigenschaft hat, Silber und Gold zu binden. 

Das in Ramingstein benötigte Blei wurde aus Raibl (Tarvis) und Pleyberg (Bad Bleiberg bei Villach) bezogen, da dieses Blei vollkommen silberfrei war und daher unverfälschte Proben ermöglichte.


Der Probierer am runden Ofen

Die Schmelzgefäße für Edelmetalle, die sogenannten „Kapellen", "Scherben" oder "„Tiegel" wurden aus Lehm, Holz-und Knochenasche hergestellt.

In diesen schüsseiförmigen Gefäßen wurde der Bleiglanz = Galenit (PbS) mit dem beigefügten Blei verschmolzen. Durch Luftzufuhr oxidierte das Blei (Pb) zu Bleioxid (PbO, Bleiglätte, Bleiasche), welches von der porösen Kapelle aufgesogen wurde. 

Das zurückbleibende Edelmetall in Form eines Kornes ("Königs") konnte nun gewogen werden. Diese Arbeitsmethode nannte man "Abtreiben" oder "Silbertreiben".


Verschiedene Tiegel

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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