Das Pochwerk

In den Pochwerken zerstampfte (pochte) man die meist vorher gerösteten Erze mit durch Wasserkraft gehobenen Schießern (Pochstempel).

Das zerkleinerte Gestein aus dem Pochtrog wurde auf einen sogenannten "Durchwurf" geschaufelt und so gesiebt. Die zurückbleibenden größeren Erzstücke mussten einem neuerlichen Pochgang unterworfen werden, die kleinen Erzkörner gelangten bereits zum ersten Waschgang. Wurden sogenannte Nasspochwerke in Tirol und Sachsen schon im Jahre 1510 beschrieben, praktizierte man diese Verbesserung des Trockenpochens im Lungau erst sechs Jahre später. 


Pochwerk nach Agricola
Der Pochtrog A  Das gelochte Blech B  Der Sohlstein C  
Die eiserne Pochsohle (Schabatte) D  Der Wasserzufluss E  
Das Gerinne F  Der Sumpf G

Neu an dieser Arbeitsmethode war die Wasserzufuhr in den Pochtrog, die bereits einen Arbeitsgang bei der Erzwäsche ersetzte. Abhängig von der anfallenden Menge des zu verarbeitenden Hauwerkes variierte die Anzahl der Pochwerke. So veranlasste im Jahre 1564 der Landesfürst Erzbischof Johann Jakob von Kuen Belasy die Errichtung einer neuen Anlage am Fuße der Altenberger Halden. Während der dreijährigen Bauzeit gelang auch die Erneuerung der Ramingsteiner Schmelzhütte.

In den Jahren 1623 - 1639 waren sogar vier Pochwerke in Betrieb. Um größtmögliche Leistungen zu erzielen, erfolgte ein Umbau der bislang "unterschlächtigen" Wasserantriebsräder in "oberschlächtige".

Um 1584 wurde sogar der nächtliche Betrieb der Pochwerke erforderlich. Diese Neuerung machte in Anbetracht der Feuergefahr die Anstellung eines eigenen "Nachthutmannes" notwendig.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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