Der Bergbau am Mislitzgraben


Vergleichsweise spärliche Überreste alter Bergbautätigkeit sind an der Westflanke des Mislitzgrabens zu erkennen, und zwar im überwiegend bewaldeten Gelände, das sich oberhalb der Anwesen Weber und Hofer erstreckt.

Oberhalb der Hoferkeusche liegen am Fuß eines Felswandls beiderseits eines kleinen Baches zwei Einbaue mit teils bewachsenen Abraumhalden (1170m). Der südlich des Gerinnes im anstehenden Granatglimmerschiefer eingetriebene Stollen ist bereits nach 4m, offenbar durch herabgestürztes Versatzmaterial, verbrochen. Das Mundloch des nördlichen Einbaues wurde vor einigen Jahren wegen potentieller Gefährdung spielender Kinder zugeschoben. Die Halden sind bachseitig durch die Erosionstätigkeit des Wassers angerissen und im Schnitt etwa 2m mächtig. Sie enthalten überwiegend faustgroßes, zum Teil erzführendes Hauwerk. Das Erz besteht auch hier wiederum zur Hauptsache aus feinkörnigem, mit Granat und Biotit innig verwachsenem Bleiglanz.

Die östlich darunter gelegene Wiese (1110m) ist als Halde des ehemals ausgedehnten Glückbaues anzusprechen, dessen verstürztes Mundloch allerdings nicht mehr auffindbar ist. Ca. ein Viertel des völlig ebenen, grasbewachsenen Plateaus wird bzw. wurde als Anbaufläche für Kartoffeln genutzt. Aus der Böschung entnommene Proben weisen ebenfalls eine geringe Erzführung auf. Unterhalb eines sorgfältig aus Steinen geschlichteten Erzweges, der vom Glückbau nach NNW führt, befindet sich ein weiteres, ca. 10x5m großes, bewachsenes Haldenplateau (1150m). Der zugehörige Stollen wurde vermutlich im Zuge späterer Weg-Instandsetzungsarbeiten verschüttet. Das vorwiegend grobblockige, taube Haldenmaterial ist aufgrund des starken Gefälles verrollt und dementsprechend in geringer Mächtigkeit über 100m weit den Wald hinunter, bis an den Rand der landwirtschaftlich genutzten Fläche westlich des Webergütls, nachweisbar. 

Weitere 150 mnordnordwestlich befindet sich am Fuß eines Wandls noch ein offener Einbau (1190 ). Der Stollen wurde in südlicher Richtung eingetrieben, ist ca. 2-3m breit, 1,6m hoch, besitzt einen nach obertage führenden Querschlag und ist nach etwa 40m verbrochen. Stellenweise erkennt man unbedeutende Erzanbrüche (Bleiglanz) an den Ulmen. Im steilen, teils schrofigen Gelände unterhalb ist keine Halde erhalten geblieben.

Die Abraumkubatur im Revier westlich des Mislitzgrabens ist mit ca. 4.000 m3 vergleichsweise gering.

 

Text: Dr.Feitzinger St.Gilgen


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