Die Knappen

Als "Männer vom Leder" bezeichnete man die Bergarbeiter (im Gegensatz dazu die "Männer von der Feder" - die Beamten). Das als typisches Detail der Knappenbekleidung bekannte "Arschleder" diente zum Schutz vor Nässe und Verletzungen. Als Kopfschutz trugen die Häuer kapuzenartige Hauben, sogenannte "Gugl", mit verlängerten Kragen im Nacken, die ein Abrinnen des Tropfwassers ermöglichten.

Zum Schutz des teuren Schuhwerkes trugen die Ramingsteiner Knappen als Besonderheit hölzerne Überschuhe. Diese rundherum leicht hochgearbeiteten Holzsohlen wurden mit Lederriemen über die Schuhe gebunden. Das Ramingsteiner Alterbergrevier gilt bislang als einziger Fundort solcher Schuhe im Lungau.


Knappen bei der Arbeit

Die Bezahlung der Bergleute ("Raittung") erfolgte zuerst vier- und später fünfmal im Jahr.

Durch die Art der Entlohnung unterschied man die "Herrenhäuer", die immer gleich entlohnt wurden und die "Lehenhäuer", die man je nach Eroberung der Erze bezahlte. Der Zusammenschluss mehrerer Knappen zu sogenannten "Lehenschaften" setzte sich in Ramingstein mehr und mehr durch, wurden doch die Beteiligten solcher Lehenschaften von der "Erzbischöflichen Kammer" wie Kleingewerken behandelt. Das Bestreben, in Akkordarbeit größtmögliche Erträge zu erwirtschaften, brachte nicht nur den Lehenhäusern durch ihre Beteiligung Vorteile, sondern auch dem Fiskus höhere Einnahmen.

Die Ablöse der eroberten Erze erfolgte in Form von "Pfennwert und Freigeld".

Auf den seit der Erstellung der Ramingsteiner Bergordnung im Jahre 1459 abgehaltenen Wochenmärkten konnten sich die Berg- und Hüttenarbeiter zu teils überhöhten "Pfennwerten" bargeldlos mit Viktualien (Lebensmitteln) und Dingen des täglichen Gebrauches eindecken.

Was an Pfennwerten nicht verbraucht wurde, bekamen die Bergleute als "Freigeld" ausbezahlt. Der sogenannte "Pfennwerthandel", der durch einen erzbischöflichen Beamten, den Handelsschreiber, kontrolliert wurde brachte der erzbischöflichen Kammer Einnahmen, die teilweise wiederum in den Bergbau investiert wurden.

Einen festgesetzten Teil des Freigeldes musste jeder Arbeiter in die sogenannte "Bruderlade" (Vorgänger unserer heutigen Sozialversicherung) einzahlen. Dieses "Brudergeld" gewährleistete eine bescheidene Versorgung gebrechlicher oder invalider Knappen. Außerdem bezogen Brudergeldempfänger die Waren auf dem Wochenmarkt zum halben Preis.

Obwohl es in den lückenhaften historischen Aufzeichnungen keinerlei Hinweise auf Todesfälle infolge größerer Bergunglücke gibt, ist in Anbetracht der Gefährlichkeit der Arbeiten und der immerhin 350 Jahre dauernden Bergbautätigkeit anzunehmen, dass es derartige Vorfälle gab.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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