Die Goldgewinnung

Die älteste Methode der Goldgewinnung, die nachweislich auch an der Mur betrieben wurde, war das "Goldwaschen". Feine, goldhaltige Sandablagerungen aus dem Fluss (sog. Seifen) wurden über Waschherde geleitet.

Ebenso üblich war die Verwendung von verschieden geformten Waschgefäßen wie "Pfannen" oder "Sachsen", die mit kleinen Sandmengen und Wasser gefüllt wurden. Versetzte man diese schüsselartigen Behälter dann in rotierende oder schwenkende Bewegungen, setzten sich die feinen Goldplättchen auf deren Boden ab.

Dass sich Goldwaschanlagen nicht nur im eigentlichen Goldbergbaugebiet des obersten Murtales befanden, beweisen Erwähnungen einer solchen Anlage am "Schwarzenberg" bei Tamsweg.

Die Arbeit des Goldwaschens wurde zum Teil von den Bauern im Nebenerwerb betrieben. Das von ihnen gefundene "Rauhgold" musste zu festgelegten Zeiten beim landesfürstlichen Wechsler eingewechselt werden. Da die Menge an reinen Goldplättchen im Fluss sehr gering war, bedurfte es einer Methode, die es in den Bergwerken ermöglichte, das Gold aus dem Gestein herauszuarbeiten. Ein spezielles Mahlverfahren, bei dem man den gepochten Erzen Quecksilber (aus Idria in Slowenien) beifügte, erwies sich als geeignetste Methode, die sich über viele Jahre in unserer Gegend hielt.

Bei diesem "Amalgamationsprozess" vermengte sich das Quecksilber mit dem Edelmetall. Dieses Gemenge (Amalgam) wurde dann durch Leinen- bzw. Ledersäcke gepresst und auf diese Weise ein Teil des Quecksilbers wieder zurückgewonnen. Durch anschließendes Ausglühen des Amalgams erhielt man endgültig das begehrte Gold. 

Ab dem Jahre 1781 wurde im Schellgadener Goldbergbau auf Anraten des Ramingsteiner "Interimsamtirers" Alois Mehofer auf die Amalgamation verzichtet und künftig das Hauptaugenmerk auf den "Schmelzprozess" gerichtet. Dieses Verfahren ermöglichte auch die Gewinnung des chemisch gebundenen Goldes aus dem Gestein.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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