Feuersetzen
Die Arbeit mit dem Brand

Diese über 2000 Jahre alte Abbaumethode hat sich bis ins 19. Jahrhundert erhalten.

Brandscheiter, die nach einem Normmaß geschnitten waren (wichtig für die Abrechnung), wurden in die Gruben eingebracht. Der jährliche Verbrauch an Brandscheitern in den drei Ramingsteiner Bergbaurevieren betrug durchschnittlich 185.000 Stück mit einer jeweiligen Länge von 2 ½ Schuh (0,73 Meter).

Für den „Sohlenbrand“ (Sohle = Boden) deckte man die Brandscheiter mit feuchtem Grubenholz oder mit „Bergen“ (Felsplatten) ab, um die Hitze auf der Sohle zu halten. Um die heiße Luft bis an den „First“ (Decke) zu leiten, baute man zuerst Podeste aus taubem Gestein und darauf wurde der Brand gesetzt. Auch beim „Ulmenbrand“ (Ulme = Seitenwand) bedurfte es einer fachgerechten Aufschlichtung der Scheiter.


FEUERSETZARBEIT aus dem Buch 
SPECULUM METALLURGIAE POLITISSIMUM
von Balthasar Rösler ANNO 1700

Durch die enorme Hitze bildeten sich Risse im festen Gesteinsverband. Um die Wirkung noch zu erhöhen, wurden nach dem Brand die Felsen mit Wasser besprengt. Das gelockerte Gestein wurde mit Schlägel und Eisen oder mit einer Brechstange abgebaut.

Durch die Gefahr; die die Rauchgasentwicklung mit sich brachte, wurden Sicherheitsvorkehrungen bei der Arbeit mit dem Brand nötig. Diese waren in der Ramingsteiner Bergordnung von 1459 festgelegt.

Etwaige Missachtungen dieser Sicherheitsbestimmungen zogen strenge Strafen durch den Bergrichter nach sich.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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