Der Goldbergbau Schellgaden

Die erste Urkunde über den Lungauer Goldbergbau im Murtal stammt aus dem Jahr 1287.

Darin wird bereits der sogenannte "Vanch-Pfennig" erwähnt, der die Abgaben eines Grubenbetreibers an den jeweiligen Grundherrn darstellte.

Zur Hochblüte des Bergbaues im 16. Jahrhundert gab es im "Vorderen und Hinteren Murwinkel" 150 namentlich bekannte Gruben. Die wichtigsten Goldbergbaue befanden sich an den Hängen des "Karecks", weiters gab es Baue und Schürfe am "Silbereck" bis in eine Seehöhe von 2.700 m.

Gold und Silber waren für die damaligen Fürsterzbischöfe von größter Bedeutung.

Die Edelmetalle waren Voraussetzung für die Münzprägung, die den Bischöfen durch das ihnen vom Kaiser verliehene Münzrecht oblag.


Pulverturm Schellgaden

Von der Erzbischöflichen Hofkammer wurden die Gruben entweder selbst verwaltet oder an Gewerken verliehen. Diese waren wiederum verpflichtet, in Form von Fron und Wechsel, Abgaben an den Landesfürsten zu leisten. Der Wechsel bedeutete das zwangsweise Einwechseln der abgebauten Erze beim Erzbischof zu einem von ihm festgesetzten Preis.

Die Bedeutung des Schellgadener Goldbergbaues mag der Arbeiterstand im Jahr 1772 deutlich machen, als 110 Leute beschäftigt waren.

Zwei Jahre später verließen viele Berg- und Hüttenarbeiter die dortigen Reviere. Grund dafür war die Einführung einer zusätzlichen Arbeitsschicht, der VII., die eine Erweiterung der Arbeitszeit auf 56 Stunden pro Woche bedeutete.

Die Anlage um 1900


1. Seichner-Hochofen   2. Schönberger - ehemaliges Knappenwohnhaus   3. Schmiedhäusl
4. Verwalterhaus   5. Goldmüllner - Zerkleinerung der Erze   6. "Stoana"

Aufgrund massiver Einbußen wurde der Schellgadener Goldbergbau im Jahr 1818 eingestellt. Ein erneuter Versuch, den Bergbau wieder zu aktivieren, scheiterte im 2. Weltkrieg aufgrund zu geringer Rentabilität und hoher Transportkosten.

Modernste Prospektionsmethoden ergaben in jüngster Vergangenheit einen Goldgehalt von bis zu 49,1 Gramm pro Tonne Hauwerk.


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