Der Lungauer Goldbergbau

Die älteste Urkunde über den Lungauer Goldbergbau entstammt dem Jahr 1287 und befindet sich im Staatsarchiv in Wien. In diesem Schriftstück wird auch der sogenannte "Vanchpfennig" erwähnt, der die Abgabe der jeweiligen Grubenbetreiber an den Grundherrn darstellte. Zur Hochblüte des Bergbaues, im 16. Jahrhundert, gab es im "vorderen und hinteren Murwinkel" mehr als 150 namentlich bekannte Gruben. In vergangenen Zeiten bezeichnete man die Täler als "Winkel".


Ehemaliges Waschhaus
in Schellgaden

An den Hängen des Kareck befinden sich zum Beispiel die Bergbaue "Jägerhalt", "Stüblbau", "Schulterbau" und "Pramleiten". Südlich der Mur liegen die "Birkeckbaue". In Schellgaden, am Eingang ins Murtal, befanden sich einst verschiedene Betriebsgebäude wie etwa Pochwerk, Blahaus (Schmelzhütte), Amalgamationsmühle und Waschhaus.

Der alte Pulverturm ist das einzige Gemäuer, das heute noch gut erhalten ist. Im Jahr 1755 erwähnt, handelt es sich um einen Rundbau, der einstmals mit einem spitzen Zeltdach abgedeckt war.


Die Goldgewinnung

Die älteste Methode der Goldgewinnung war das "Goldwaschen" in Flüssen und Bächen. Um an das Erz im Berg zu gelangen, bedurfte es geschickter Arbeitsmethoden. Bei der Arbeit mit dem Brand (Feuersetzen) zermürbte man das Gestein durch die Hitzeeinwirkung.

Aus dem rissigen Gesteinsverband konnten nun die Knappen mit "Schlägel und Eisen" Erzbrocken herausschlagen.

Die großen Holzmengen, die für die Feuersetzarbeiten benötigt wurden, erforderten eigene Erzbischöfliche Beamte, die für die Vergabe der zugewiesenen Brandscheiter sorgten. Weiters waren diese sogenannten "Ober- und Unterwaldmeister" für die Wiederaufforstung verantwortlich.

Die Arbeit mit dem Brand, eine über 2000 Jahre alte Abbaumethode, hielt sich bis ins 19. Jahrhundert. Erste Erwähnungen der "Schießarbeit" mittels Schwarzpulver im ehemaligen Bergbauzentrum Ramingstein entstammen dem Jahr 1707. Diese moderne Arbeitstechnik wurde aber aus Kostengründen lange Zeit nur als Ergänzung zur Feuersetzarbeit eingesetzt.

 


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