Vom Schlägel und Eisen zum Dynamit

Wohl zum ältesten Gezäh (Handwerkzeug) des Bergmannes gehören Schlägel und Eisen, jene beiden gekreuzten Hämmer, die noch heute sein Wahrzeichen sind. 

Schlägel und Hammer

Der nach rechts weisende Hammer mit der meißelförmigen Schneide ist das "Eisen". Es wurde auf den Stiel gesteckt, ohne verkeilt zu sein. Darum ragt der Stiel auch etwas über das Eisen hinaus. Es mußte sich leicht vom Stiel abschlagen lassen, um geschärft zu werden. 

Beim Schlägel, der nach links zeigt, ist der Stiel fest verkeilt und schließt darum mit seiner oberen Fläche ab. Das Eisen wurde auf das Gestein gehalten und mit dem Schlägel daraufgeschlagen.

Die Arbeit. mit Schlägel und Eisen wurde in manchen Gruben durch "Feuersetzen" unterstützt. Vor Ort wurden Scheiterhaufen angezündet. Das so erhitzte Gestein bekam Risse und löste sich in Schalen ab. Es brauchte mit Schlägel und Eisen und Brechstangen nur nachgeholfen zu werden. Anzeichen in alten Bauen deuten darauf hin, dass das Feuersetzen schon in vorgeschichtlicher Zeit bekannt war.


Um 1847 hatte der Pariser Chemiker Sambrero ein Sprengöl, das Nitroglyzerin, entdeckt, das in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Oberharzer Bergbau als Sprengmittel verwendet wurde. Die Gefahr einer ungewollten Zündung ergab sich häufig, wenn in Gesteinsspalten eingesickertes Sprengöl mit dem Bohrer angeschlagen wurde. 1866 ließ der Clausthaler Obergeschworene Friedrich Schell daher Papphülsen anfertigen, die mit Nitroglyzerin getränktem Pochsand gefüllt wurden. Diese "Patronen" wurden in die Bohrlöcher eingeführt. Hierdurch wurde die Sicherheit des Verfahrens sehr erhöht, und die Sprengwirkung blieb dieselbe.  

Der berühmte schwedische Chemiker Alfred Nobel kam nach Clausthal, um sich von der Wirksamkeit dieser Sprengmethode zu überzeugen. Er nahm später statt des Pochsandes die Kieselgur der Lüneburger Heide und "erfand" so das Dynamit. Kieselgur besteht aus kieselsäurehaltigen Schalen kleiner Meerestiere.

 


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