Das Stahlwalz- und Drahtwerk Mauterndorf


Im Nordwesten von Mauterndorf liegt an der Taurach die kleine Ortschaft Kesselhammer, deren Name auf ein um 1886 eingestelltes Stahl-, Walz- und Drahtwerk zurückgeht. Westlich des Kesselhammers befanden sich der Schweiß-Hammer und der Drahtzug-Hammer. 

Diese Eisenwerke, verfügten 1875 laut Montan-Handbuch über folgen­de Anlagen: 1 Buddel- und 1 Schweißofen mit Torffeuerung, 1 Schweißofen mit Holzfeuerung, 2 Frischherde, 1 Streckwalzwerk mit 3 Walzenpaaren, 1 Drahtzieherei mit 12 Trommeln, 1 Stiftenfabrik mit 3 Stif-tenmaschinen und 1 Zeughammer. 

Die Versorgung des Mauterndorfer Hammerwerkes erfolgte hauptsächlich mit Roheisen aus Bundschuh aber auch mit jenem aus Kendlbruck.

Einen besonderen Aufschwung erlebte der Betrieb ab 1837 unter den Gründern der „Lungauer Eisengewerksschaft“, den steirischen Gewerken Franz Xaver Neuper und Josef Pesendorfer.


Der Drahtzug im Hammer (1868)


Bei der Weltausstellung 1855 in Paris wurde der längste Draht der Welt mit einer Länge von 3 Kilometern gezeigt und dieser war ein Erzeugnis des Mauterndorfer Hammerwerkes !

Mit dem Bau der Südbahn wurden die bei uns üblichen, aufwendigen Transporte mit Pferde- und Ochsengespannen zum großen Problem für die Lungauer Betriebe. Dem Konkurrenzdruck konnte auf Dauer nicht Stand gehalten werden und so kam es 1879 zur Einstellung des Mauterndorfer Eisenwerkes, wovon 300 Arbeiter betroffen waren.



Das Mauterndorfer Hammerwerk 1909

Vom Kesselhammer sieht man noch Teile der Frisch- und Walzhütte, deren einzigartiges Wasserrad (8 m Außendurchmesser, 3 m Schaufelbreite) erst 1945 zerstört wurde. Das Stall- und Wagnereigebäude im Drahtzughammer wurde als Gasthaus „Zum Hammerkeller" umgebaut.

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Der "Hammerkeller" im Jahre 2006

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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