Die Bergwerke in Göriach


Daß im Göriachtal einstmals umfangreicher Bergbau an verschiedenen Stellen betreiben wurde, ist hinreichend bekannt und nachgewiesen. Die bedeutendste Erzgewinnung dürfte an den Südabhängen des Hochgolling erfolgt sein. Beim Moser in Hinterdorf wird noch ein Hufeisen aufbewahrt, das dort oben gefunden wurde und von einem Tragtier stammen dürfte. 

Aber genaueren Beweis liefert Ignaz Kürsinger in seiner Lungauer Beschreibung auf Seite 406, wo er den Hochgolling beschreibt: "Am Hochgailling sind noch deutlich Spuren uralten Bergbaues; ja selbst Holzstücke von der Austäfelung der Stollen und Knappenstuben, die auf solcher Höhe durch Jahrhunderte der Fäulnis widerstanden haben, finden sich noch vor." 

Und auf Seite 418: "Fast senkrechte schwarzgraue Felsenwände schauen zu uns hernieder, welche selbst die kühnsten Gemsenjäger abhalten, den Koloß von dieser Seite zu besteigen. Nur die heller gefärbten Erzlager mildern einigermaßen das düstere Aussehen dieses weltalten Bergriesen. In seinen Runsen, Schluchten und Felskaaren liegt veralteter Schnee. An seinen Wänden zeigen sich noch Spuren aufgelassenen Bergbaues. Man sieht noch hoch oben an einem schwindelnden Gewände einen kleinen Brunnenkorb aus Stein und einigen Brettern. Diese Reliquien liegen vor einem verfallenen Knappenstollen. Wegen der hohen kalten Lage widerstanden die Bretter der Fäulnis."

Es wird oft gefragt, welches Erz am Hochgolling abgebaut worden sei. Urkundlich liegt darüber keinerlei Bericht vor. Im Volksmunde aber wird beinahe einstimmig aus alter Überlieferung behauptet, es sei dort Gold gewonnen worden. Wenn man die ungemein hohe Lage dieser Stollen anschaut und die schweren Arbeitsbedingungen bedenkt, unter denen hier gewerkt wurde, dann kommt man zur Annahme, daß hier wohl etwas wertvolleres als bloß Eisen oder Kupfer abgebaut wurde, das man im Lungau an mancherlei Stellen viel müheloser gewinnen konnte, etwa in Zederhaus und Weißpriach.

Vielleicht haben die Heiß einstmals tatsächlich hier Gold geschürft und sind gerade dadurch so wohlhabend geworden. Es wäre ein einleuchtende und annehmbare Erklärung. Und als um 1500 herum der Bergsegen nachließ, da haben sie dann den Pauschenberg verlassen. Die Erzgewinnung in den Stollen erforderte dann aber auch eine Weiterverarbeitung durch eine Erzmühle oder ein "Pochwerk", ebenso Waschwerke und "Schlämmtröge" für die Reinigung des Erzes und schließlich einen Hochofen. 

Diese notwendigen Betriebe müssen irgendwo im Tale vorhanden gewesen sein und zwar an Stellen, wo Wasserkraft und Holz genügend zur Verfügung stand. Dieses Werksgelände muß nach Meinung alter Göriacher, die das Tal noch vor den großen Vermurungen gut gekannt haben, auf der sogenannten "Hochtratten" südlich vom Hüttendorf sich befunden haben und das ist glaubhaft. 

Oberschulrat Hans Guggenberger in Tamsweg hat verschiedene alte Nachrichten über Bergbaue in Göriach gesammelt: 1556 hat ein Christoph Hofmeister und seine Mitgewerken einen "Freibrief" für die Schurfrechte am "Hohen Galling" innegehabt. 1564 ist von einem "Hüttrauch-Bergwerk Kruxleitten" im Göriachtal die Rede. Also hat man auch das hochgiftige Arsenik hier erzeugt. 1571 nahm ein Ludwig Plaphard, wie es heißt: "den alten verlegnen Bau am Galling, den St. Johannes Stollen, wieder in Betrieb (an der Lessacher Seite) und im Göriachtal den alten verlegnen Bau (Stollen) St. Peter und Paul.

Im selben Jahre 1571 erhielten Ulrich Retter und Stoff Pichler einen "Freibrief" = Schürfrechte, um beim St.-Christoph-Stollen am Püttrich im Göriachwinkel neuerdings nach Erz zu graben. Und noch 1585 "freit Veit Prunner 5 Gebäue am Püttrich", das heißt: Er nützte seine Schurfrechte an 5 Stollen am Pietrach westlich oberhalb der Landawierhütte. Das alles waren aber nur mehr spätere und erfolglose Versuche, nachdem die Heiß schon um 1510 aufgegeben hatten. Aus all dem aber ersehen wir, wo im Göriachtale Bergbaue bestanden haben, wer die Unternehmer gewesen sind und wann dieser einstmals so wichtige Wirtschaftszweig zu existieren aufgehört hat. Die Blütezeit war schon vorbei, als die Heiß sich aus dem Göriachtal zurückgezogen haben.

Aus der Gemeinde-Chronik
Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Göriach


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