Der Bergbau am Tauern

Kristalline Schiefer gelten als Hauptbestandteile der Niederen Tauern.

Im hinteren Abschnitt des Twengertales (Lantschfeld), des Weißpriach- und Zederhaustales gibt es jedoch auffällige weiße Gipfel aus Kalk und Dolomitgestein.


Im Zuge der Gebirgsbildung haben sich verschiedene Decken überlagert bzw. überfaltet. In den dadurch entstandenen geologischen "Fenstern" wurden die unteren Schichten nach oben verschoben.

Aufgrund dieser geologischen Vorgänge entstanden alpine Zerrklüfte, in denen sich Bergkristalle sowie Flussspat- und Calcitkristalle bildeten.


Durch hydrothermale Lösungen entstanden entlang von Störungen auch kleine Erzlager. Diese wurden zur Grundlage für die Bergbautätigkeit vergangener Jahrhunderte.

Größere Bedeutung in der Gegend erlangte der Kupfer- und Silberbergbau im "Seekar" am Radstädter Tauernpass.


In Tweng wurde im Bereich des Weißenecks auf Eisenstein gebaut, ebenso im Fuchskar, wo auch manganhältige Eisenerze das Interesse der Bergleute weckten. Die erste Erwähnung dieser Erze stammt aus dem Jahr 1760.

Mangan wurde ab 1774 zur Entschwefelung und als Legierungsmittel bei der Stahlerzeugung verwendet. Der Eisenbergbau in Tweng ist bereits ab 1535 belegbar.

Namhafte Gewerken wie Rexeisen, Jocher und Graf Ludwig von Schwarzenberg sowie die Salzburger Fürsterzbischöfe selber hatten im Twengertal Schürfrechte auf Eisenstein. Die Verhüttung der Erze erfolgte zum Teil in Flachau.


Max Reichsritter von Wolfskron (k.k. Montanbeamter a.D.) berichtet aus alten Bergwerksakten:

1535 Wolf Dennk Jäger und Bernhard aus dem Thomathal finden ein neues Bergwerk in der Grubach im Twengerthal.
1547 Lorenz Suppan zu Mauterndorf baut mit dem Landesfürsten, der 5/9 besitzt, am St. Daniel im Grubach und hat im Jahre 1552 einen Streit mit dem Bergrichter wegen confiszirter Erze.
1571 Christof Jocher, Pfleger zu Mauterndorf, freit im Weng St. Christof, St. Jakob, St. Anna.
1707 In der Trebernigg oder Grüeblach im Tweng werden zwei reiche Erzgänge entdeckt.
1791 Der Eisensteinbau im Twengerthal wird, weil die Erze zu sehr in die Teufe setzen und zu strengflüssig sind, aufgelassen.
Im Jahre 1564 spricht man schon von vielen Silberbergwerken, einem Hüttrauchbergwerk (Arsenik) und einer Schmelzhütte im Lessachwinkel. Schlackenfunde in der Nähe der Winkelkapelle, 1,5 km taleinwärts, weisen auf den Standort dieser Schmelzhütte hin.

 


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