Der Bergbau in Lessach


Im 15. und 16. Jahrhundert, als der Bergbau im Herzogtum Salzburg seine Blütezeit erlebte, wurde auch in Lessach nach Erzen geschürft.

Die erste Erwähnung des dortigen Bergbaues stammt aus dem Jahre 1550: "Der Pfleger solle berichten, warum er Leonhard Weber, der die Bergarbeiter in Lessach mit Proviant versehen, bestraft habe." Sechs Jahre später werden Gruben am "Hohen Galling" (Hochgolling) schriftlich erwähnt. Tatsächlich befinden sich hundert Meter unter dem Gipfel (2863 m) Schürfe, und die Namen "Quecksilbersee" sowie die "goldene Henne" (ganzjähriges Schneefeld) weisen auf die einstige Bergbautätigkeit hin.

Im Jahre 1564 spricht man schon von vielen Silberbergwerken, einem Hüttrauchbergwerk (Arsenik) und einer Schmelzhütte im Lessachwinkel. Schlackenfunde in der Nähe der Winkelkapelle, 1,5 km taleinwärts, weisen auf den Standort dieser Schmelzhütte hin.
Der Talkbergbau wurde in Lessach 1895 durch die Firma des Federweißhändlers Eduard Ellbogen eröffnet und musste aus wirtschaftlichen Gründen schon am 11. August 1900 wieder geschlossen werden. Die 1. Salzburger Federweißgewerkschaft reaktivierte im April 1919 das inzwischen verfallene Bergwerk, das am 1. Juni 1924 mit 12 Mann von der Bayerischen Montan AG in München übernommen wurde. 


Barbarastollen 1924

Noch im selben Jahr geriet die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten, musste zehn Bedienstete entlassen und wurde schließlich von der Talkum Bergbau GmbH übernommen. Der Betrieb, dessen Grubenbau 1934 drei Horizonte umfasste, hatte eigentlich ständig mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen; 1928 stand er knapp vor dem Konkurs und wurde schließlich am 10. April 1937 endgültig eingestellt. Federweiß, auch Talk, Steatit oder Speckstein genannt, findet als Füllstoff bei der Papier- und Seifeherstellung Verwendung und ist Bestandteil von Streupudern, Schminken oder Schneiderkreide.


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