Altlasten der Lungauer Montanindustrie

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Das Bundesland Salzburg, und speziell der Lungau, hat eine lange Bergbautradition. Die Spuren dieser Tätigkeiten sind oft Jahrhunderte später in der Landschaft als Halden und im Boden als Schwermetallbelastungen erkennbar. 

In den Jahren 1993 bis 1998 wurde eine systematische Erhebung der Rückstände der Gewinnung und Aufbereitung von Erzen im Lichte unserer heutigen Erkenntnisse und unserer heutigen Ansprüche an die Landschaft und an nutzbare Flächen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht „Bergbau- und Hüttenaltstandorte im Bundesland Salzburg“ zusammengestellt.

Für den Lungau ergeben sich folgende Schwerpunkte: 

Gemeinde Kastral- gemeinde Art der Bergbautätigkeit Abraumhalden Verhüttung Rückstände aus der Verhüttung Bemerkung
 Muhr Hintermuhr, Schellgaden Arsen-(Gold-Silber) Rotgülden, Silbereck; Gold-Silber-Blei Schellgaden; Blei-Zink-Kupfer-(Gold-Silber) Sprinzgasse; Kupfer-Nickel Pfeifenberger Alm Mehrere, z.T. bewachsene bzw. vegetationslose Halden im Almgebiet und Ödland; vorwiegend taubes Material mit geringem Erzanteil; Erzrücklaß (Friedrich-Stollen, Rotgülden) Arsenikhütte ("Gifthütte") in Rotgülden (bis 1884);  Gold-Silber-Schmelzhütte in Schellgaden (bis 1818) Abbrandhalde vor der ehemaligen Arsenikhütte (heute Gasthaus " Arsenhaus") Abbrandhalde als Altlast ausgewiesen und 1996/97 saniert. Bergbaue Rotgülden und Schellgaden großteils zugänglich; in den 90er Jahren  Explorationstätigkeiten (Erzbergbau Radhausberg gemeinsam mit ausländischen Bergbaufirmen)
Ramingstein Mitterberg, Ramingstein Silber-Blei-Bergbaue Altenberg, Kräofen-Haderbau, Dürnrain, Mislitzgraben Zahlreiche, z.T. sehr ausgedehnte, weitgehend unbewachsene bis stark bewachsene Halden in forst- und landwirtschaftlich bzw. touristisch genutztem Gebiet; taubes Material mit geringem, z.T. höherem Erzanteil. Silber-Blei-Hütte im Ort Ramingstein (durch Großbrand 1841 zerstört) Vereinzelt Schlacken bei der Einmündung des Mislitzbaches in die Mur (heute großteils verbautes Gebiet). Kräofen: viel Haldenmaterial für.  Straßenbau aufbereitet und weggeführt; kommunale und private Trinkwasser-Versorgung aus  Kräofen- Haderbau- Revier; Altenberg-Revier seit 1990 als Schaubergwerk für Besucher geöffnet und 1997 durch Erzweg touristisch erschlossen.
Weißpriach Weißpriach Nickel-Kobalt-(Silber-Kupfer)-
Bergbau Zinkwand
Ausgedehnte, unbewachsene Halden im Kar am Wandfuß, stellenweise höherer Erzanteil, mit Hangschutt durchmischt; alpines Ödland bzw. Schafweide; unbedeutende Reste auf bereiteter Erze beim ehemaligen Pochwerk östlich GreinmeisterAlm Keine (Erze wurden in Schladming verhüttet) Keine Ein Teil des Bergbaues ist als "OeAV- Stollenlehrpfad Zinkwand" seit 1985 für Besucher  zugänglich (Begehen auf eigene Gefahr)
Zederhaus Wald Kupfer-Schwefelkies-Bergbaue Reinkar- Jägerspitze Unbedeutende, teilweise stark erodierte und mit Hangschutt durchmischte, spärlich bewachsene Halden im Almgebiet bzw. alpinen Ödland. Kupferhütte (15. Jhdt.?) bei der Eßl-Alm, Riedingtal Ausgedehnte, spärlich bewachsene Schlackenhalde neben der Straße. Material der Schlackenhalde  teilweise planiert bzw. für Wegschotterung weggeführt.

[ weitere Informationen bzw. zum Bericht ]


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